Erste Schicht setzen

Zur Verarbeitung der Steine werden neben üblichem Maurerwerkzeug auch ein Fugeisen und/oder Schlauch stück benötigt. Die Verblender können entweder frisch in frisch aufgemauert werden (mit dem gleichen Mörtel wird aufgemauert und verfugt = Fugenglattstrich) oder aber nachträglich verfugt werden (siehe Verfugung). Die Ausführung mit Fugenglattstrich entspricht der Regelausführung nach VOB-C. Es ist zu beachten, dass Verblendmauerwerk entsprechend DIN EN 1996 und zugehörigen nationalen Anhängen bei zweischaligem Mauerwerk bis zu einer Dicke von 105 mm ausschließlich mit Fugenglattstrich hergestellt werden darf.

Möglicherweise an der Rückseite von Verblendmauerwerk von oben kommendes Wasser kann mittels einer Abdichtfolie nach außen abgeleitet werden 1. Die Abdichtfolie wird mechanisch oder durch Verklebung dauerhaft an der Tragschale befestigt und unter der Aufstandsfläche bis zur Außenoberfläche des Verblenders geführt. Die Aufstandsfläche muss dabei so beschaffen sein, dass die Verblenderschale nicht abrutschen kann (siehe DIN EN 1996-2 NA). Bei der gezeigten Prinzipskizze 1 müssen der Boden vor der Verblendschale stark durchlässig sein und stauendes Wasser vermieden werden. Zur Vermeidung von Verschmutzungen des Sockelbereichs bei Schlagregen sollte ein Kiesbett vorgesehen werden. Zudem ist zu beachten, dass der Sockel keinem Tausalz ausgesetzt werden darf.

Das Setzen der einzelnen Schichten ist im Vorfeld genau zu planen (Benennung des Verbands), da es mit Blick auf die späteren Erscheinungsformen unterschiedlichste Zierverbände gibt, von denen an dieser Stelle exemplarisch nur drei typische gezeigt werden 2.

1

Fußpunktdetail nicht unterkellerter Bereich
Quelle: Bundesverband Kalksandsteinindustrie
e.V.

2

Exemplarische Darstellung von drei verschiedenen Zierverbänden

3

zweischaliges Mauerwerk mit oder ohne Kerndämmung

4

Beispiel Fassade mit Entwässerungsöffnungen

Überbindemaße lassen sich durch bauseits angepasste Verblender bestens einhalten. Geeignete Trennsägen gewährleisten dabei einen glatten Schnitt, ins rechte Maß schlagen sollte man den Stein jedoch nicht. Jeder Verblender sollte auf seine Materialbeschaffenheit optisch geprüft werden, um einen Stein bei Bedarf drehen und/oder aussortieren zu können. Bei erhöhten Anforderungen (wie beidseitig sichtbarem Einsteinmauerwerk) ist im Vorfeld zu bedenken und einzukalkulieren, dass unter Umständen eine höhere Anzahl von Verblendern aussortiert werden muss.

Wird zweischaliges Mauerwerk mit oder ohne Kerndämmung ausgeführt 3, können Entwässerungsöffnungen im Fußpunktbereich oberhalb der Abdichtung angeordnet werden 4. Die Stoßfugen bleiben unvermörtelt. Damit kein Ungeziefer eindringen kann, sollten Stoßfugenlüfter in die offenen Stoßfugen eingesetzt werden. Und: Außerdem ist die Entwässerung unterhalb des Geländes nicht zu empfehlen – selbst dann nicht, wenn die Rahmenbedingungen (wie versickerungs fähige Anfüllung) stimmen, da sowohl optische Mängel als auch eine erhöhte Frostbeanspruchung auftreten können.

Praxistipp

Hinweis
Nach DIN EN 1996-1/NA ist das Anlegen von Entwässungs-öffnungen nicht mehr gefordert. Eine Ausführung von Entwässungsöffnungen ist in Abhängigkeit des verwendeten Verblendmauerwerks weiterhin empfehlenswert.

Baubuch 2018/2019 – 5. Auflage

Downloads

Baubuch Kapitel 3 – Wandbaustoffe

Baubuch Kapitel 3.5 – Produkte und Verarbeitung Silka Kalksandstein

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