Ausführungsempfehlungen zu Dehnungsfugen

Die Anordnung und Ausbildung von Dehnungsfugen ist eine Planungsaufgabe. Um die Risssicherheit zu erhöhen, wird es empfohlen, senkrechte Dehnungsfugen bei langen Mauerwerksscheiben im Abstand von 6 bis 8 m anzuordnen. Sie können auch bei großen Tür- und Fensteröffnungen in Verlängerung der Laibungen nach oben und unten ausgebildet werden. Alternativ lässt sich eine konstruktive Lagerfugenbewehrung einsetzen 15. Auch im Bereich von Gebäudeecken und -kanten sind Dehnungsfugen empfehlenswert 16.

Horizontale Dehnungsfugen werden unterhalb von Abfangungen 17, unter Abfangkonstruktion für Eckbereich Auskragungen (z. B. Balkonplatten) sowie unter Anschlüssen und Bauteilen 15 jeglicher Art geplant und ausgeführt. Auf diese Weise kann sich die Verblendschale sowohl seitlich als auch nach oben schadensfrei leicht verformen.

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Optionale Varianten zur Eröhung der Risssicherheit im Brüstungsbereich

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Senkrechte Dehnungsfuge einer Gebäudeecke

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Horizontale Dehnungsfuge unter Abfangung Auflagertiefe bzw. Überstand gemäß Tabelle 5

In der Praxis haben sich Dehnungsfugen wie folgt bewährt:

Offene senkrechte Fugen

  • Bei eingesetzten hydrophobierten Dämmstoffen als Wärmedämmung
  • Bei zulässiger Fugenbreite von maximal 1,5 cm

Geschlossene Fugen
Bei der Ausführung von geschlossenen Fugen mit spritzbarem Fugendichtstoff nach DIN 18540 18 sind folgende Rahmenbedingungen zu beachten:

  • Der Untergrund muss trocken sein.
  • Die Einbautemperatur liegt zwischen 5 und 40 °C.

Nachdem der Untergrund vor dem Einbau von Staub, Verunreinigungen und losen Bestandteilen gesäubert wurde, wird der weichelastische, geschlossenzellige Schaumstoff (Hinterfüllschnur) eingesetzt. Der Dichtstoff wird per Hand oder mit der Druckluftpistole blasenfrei eingespritzt und anschließend mit einem in Seifenwasser angefeuchteten Teelöffel, Schlauchstück, Fugholz oder Fugeisen zu einer leicht konkaven Form ausgebildet.

Praxistipp

Praxistipp
Der Dichtstoff ist in der Regel nicht überstreichfähig, die gewünschte Farbe ist also im Vorfeld, in Abhängigkeit von der UV-Beständigkeit, zu definieren.

Eine Alternative hierzu bildet die Ausführung mit vorkomprimierten und imprägnierten Fugendichtungsbändern nach DIN 18542 19. Auch hier ist der Untergrund vor dem Einbau grob von Staub und Verunreinigungen sowie losen Bestandteilen zu säubern, bevor das komprimierte Dichtungsband eingesetzt und angedrückt wird 20. Während des Dekomprimierungsvorgangs ist die Lage so lange sicherzustellen, bis ein ausreichender Anpressdruck an den Flanken erreicht ist.

Darüber hinaus lassen sich die Fugen mit Abdeckprofilen optisch schließen. Diese können entweder in die Fuge eingeklebt oder geklemmt werden.

18

Dehnungsfuge mit spritzbarem Fugendichtstoff

19

Dehnungsfuge mit imprägniertem Fugendichtungsband

20

Andrücken des Fugendichtungsbandes

Praxistipp

Praxistipp
Fugendichtungsbänder sind wartungsfreundlich und lassen sich im Bedarfsfall einfach austauschen.

Baubuch 2018/2019 – 5. Auflage

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Baubuch Kapitel 3 – Wandbaustoffe

Baubuch Kapitel 3.5 – Produkte und Verarbeitung Silka Kalksandstein

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