Verarbeitungshinweise für Kleinformate und Innensichtsteine

Verarbeitung mit Normalmörtel

Bei der Verarbeitung von Silka Kleinformaten (DF, NF, 2 DF, 3 DF und 5 DF) werden die Lager- und Stoßfugen grundsätzlich mit  Normalmörtel ausgeführt.

Die Steine werden dabei mit der Hand verarbeitet. Der Mörtel für  Lager- und Stoßfuge wird traditionell mit einer Kelle aufgetragen.

Das maximal zulässige Verarbeitungsgewicht sogenannter  Einhandsteine liegt in Abhängigkeit von der durch das Lochbild  vorgegebenen Greifspanne bei maximal 7,5 kg.

Zweihandsteine  überschreiten die Grenzwerte für Einhandsteine und haben ein Verarbeitungsgewicht von nicht mehr als 25 kg.

Hinweis:

Nach DIN EN 1996 1-1/NA gelten Stoßfugen dann als vollflächig vermörtelt, wenn mindestens 50 % der Wanddicke über die  gesamte Steinhöhe vermörtelt ist.

Erste Schicht setzen

Bei der Handverarbeitung von Silka Kleinformaten und Innensichtsteinen reicht übliches Maurerwerkzeug aus.

Bodenplatten und Betondecken weisen durch das Abziehen und Glätten immer unterschiedliche Höhen auf. Um diese  auszugleichen, kann die Dicke der ersten Mörtelschicht – in der Regel 1 bis 3 cm – variieren und von der Dicke der darüberliegenden Schichten abweichen.

Gegen aufsteigende Feuchtigkeit ist mindestens eine waagerechte Sperrschicht im untersten Geschoss einzubauen [1] [2].

Die DIN EN 1996 sieht aus statischen Gründen eine bahnenförmige Querschnittsabdichtung (R 500) nach DIN EN 13969 oder eine Abdichtung mit gleichwertigem Reibungswiderstand vor.

Der Eurocode nennt ausdrücklich auch mineralische Dichtungsschlämme (MDS) als Alternative.

Die VOB Teil C benennt lediglich eine waagerechte Abdichtung mit Bitumendachdichtungsbahnen (G 200 DD) als Querschnittsabdichtung.

Der erste Stein wird an der höchsten Gebäudeecke in den frischen Normalmörtel gesetzt und mit Hilfe einer Wasserwaage sowie eines Maurerhammers waage- und fluchtrecht ausgerichtet.

Der nächste Stein folgt, auf gleichem Höhenniveau, an einer weiteren Gebäudeecke. Die restlichen Steine orientieren sich an einer anschließend, zwischen den beiden Ecksteinen, gespannten Maurerschnur.

Praxistipp: An heißen Tagen verhindern vorgenässte Steine/Elemente ein zu schnelles Austrocknen des Mörtels [3].

Sperrschicht, Silka, Bitumenabdichtungsbahn 1

Sperrschicht mit Bitumenabdichtungsbahn

Sperrschicht, Silka, Dichtschlämme 2

Sperrschicht mit Dichtschlämmen

3

Vornässen der Steine

4

Stoßfugenmörtelauftrag

Überbindemaß

Die DIN EN 1996 regelt das von der Steinhöhe abhängige Mindestüberbindemaß. Unsere Empfehlung: Einhaltung eines Überbindemaßes lol ≥ 0,4 Stein-/Elementhöhe (Tabelle 1).

Um Überbindemaße [9] sicher einzuhalten, ist den abgebildeten Ecklösungen zu folgen [14 – 23].

9

Überbindemaß bei Silka Kleinformaten

14

Ecklösung 11,5er-Wand mit 2 DF-Steinen

15

Ecklösung 17,5er-Wand mit 3 DF-Steinen

16

Ecklösung 24er-Wand mit 2 und 3 DF-Steinen

17

Ecklösung 24er-Wand mit 3 DF-Steinen

Verbandsmauerwerke

Überbindemaße können sicher mit ¾-, ½- oder ¼-Steinen eingehalten werden, die sich leicht mit dem Maurerhammer schlagen oder mit der Säge zurechtsägen lassen [24 – 27].

Lässt sich das Mindestüberbindemaß von 0,4 · Steinhöhe im Eckbereich von 15,0 und 17,5 cm dicken Wänden aus Silka Plansteinen – Formate 5 DF (150) und 6 DF (175) – nicht einhalten, sind die Ecken grundsätzlich in Stumpfstoßtechnik herzustellen.

24

Ecklösung 24er-Wand mit 2 und 3 DF-Steinen – Kreuzverband

25

Ecklösung 30er-Wand mit 2 und 3 DF-Steinen

26

Ecklösung 36,5er-Wand mit 2 und 3 DF-Steinen – Kreuzverband

27

Ecklösung 36,5er-Wand mit 2 und 3 DF-Steinen – Läuferverband

* Nach DIN EN 1996 und zugehörigen nationalen Anhängen ist eine Verringerung
des Überbindemaßes auf 0,2 · Steinhöhe möglich, wenn dies statisch berücksichtigt
und in den Ausführungsplänen/Positionsplänen speziell darauf hingewiesen wird.
Tabelle 1: Mindestüberbindemaß in Abhängigkeit von der Steinhöhe
Steinhöhe

[cm]

Mindestüberbindemaß
lol 0,4 · Steinhöhe
[cm]
≤ 11,3 ≥ 4,5
12,3 ≥ 4,9
24,8 ≥ 9,9
37,3 ≥14,9
49,8 ≥ 19,9*
62,3 ≥ 24,9*

Zweite Schicht setzen

Die Arbeit mit Silka Kleinformaten und Innensichtsteinen kann unter Berücksichtigung des Überbindemaßes unmittelbar weitergehen. Anschließend geht es Stein um Stein und Schicht auf Schicht weiter: bei Silka Kleinformaten und Silka Innensichtsteinen erfolgt die Verarbeitung mit Normalmörtel.

Bei der Verarbeitung mit Normalmörtel und Stoßfugenvermörtelung hat es sich bewährt, zunächst eine > 1 cm dicke Mörtelschicht mit der Kelle auf einer Kopfseite des Steins aufzutragen [4].

Stoßfugen gelten dann als vollflächig vermörtelt, wenn mindestens 50 % der Wanddicke über die gesamte Steinhöhe mit Mörtel  bedeckt sind.

Anschließend wird der Mörtel mit dem Stein in der Hand auf die Lagerfuge gebracht [5]. Danach wird der Stein gegen den bereits  versetzten Stein angeschoben und entlang der Schnur ausgerichtet [6].

Herausquellender Mörtel ist abzustreichen und auf die Lagerfuge des nächsten Steins zu geben [7] [8].

Weiterführende Verarbeitungshinweise finden Sie im Baubuch Kapitel 3.5 und in der Kalksandstein Maurerfibel

5

Mörtelauftrag auf die Lagerfuge

6

Andrücken

7

Herausquellenden Mörtel abstreichen

8

Wandkopfausbildung bei betonierten Decken

Mögliche Lösungen für Mauerenden mit und ohne Anschlag, Pfeiler sowie Kreuzungen, Vorlagen und Nischen

Um Überbindemaße sicher einzuhalten, sollte den Prinzipdarstellungen [38] [39] [40] gefolgt werden.

38

Lösungen für Mauerenden

39

Lösungen für Situationen im Binderverband

40

Einzellösungen

Um die Tragfähigkeit von Pfeilermauerwerk zu gewährleisten, ist eine Mindestquerschnittsfläche von ≥ 400 cm² gemäß DIN EN 1996
einzuhalten. In der Praxis heißt das:

Praxistipp

Praxistipp
Je mehr ungeteilte Steine im Pfeilermauerwerk vorhanden sind, desto größer ist die Tragfähigkeit des Pfeilers.

Baubuch 2018/2019 – 5. Auflage

Downloads

Baubuch Kapitel 3 - Wandbaustoffe

Baubuch Kapitel 3.5 - Produkte und Verarbeitung Silka Kalksandstein

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