Oberflächenbehandlung außenseitig

Mit Ausnahme von Sichtmauerwerk verlangen alle Mauerwerksbauteile eine dauerhafte Oberflächenbehandlung. Sie bietet Schutz vor Frost und Feuchtigkeit, stellt die Luftdichtheit sicher, verhindert Angriffe aggressiver Umwelteinflüsse, erhöht die mechanische Widerstandsfähigkeit und sorgt nicht zuletzt für eine edle Optik.

Ob dafür Verblendungen (Verklinkerungen), Vorhangfassaden, Wärmedämm-Verbundsysteme oder Außenputze (bei Ytong Porenbeton-Außenmauerwerk) gewählt werden, hängt jedoch von landestypischen und landschaftsbezogenen Bauweisen ab.

Für jede Variante stehen verschiedene Produkte zur Verfügung, die unbedingt auf den Mauerwerksuntergrund abgestimmt bzw. mit ihm kombinierbar sein sollten.

Dafür sind neben den hier genannten Hinweisen stets die Herstellerinformationen zur Anwendung und die Verarbeitungshinweise zu beachten.

Hochwärmedämmende Außenwände aus Ytong Porenbeton benötigen einen wirksamen Witterungsschutz, um dauerhaft bestehen zu können. Ein Anstrich ist hierbei kein ausreichender Schutz, denn bei Schlagregen oder thermischen Einflüssen kann er die Spannungen nicht aufnehmen und eindringende Feuchtigkeit somit auf  Dauer nicht verhindern.

Außenputze sind Gestaltungsmittel und Witterungsschutz zugleich, wobei der Witterungsschutz durch zusätzliche konstruktive Maßnahmen (z. B. einen Dachüberstand) noch effektiver wirkt.

Außenputze unterscheiden sich je nach Anwendungsbereich: Außenputz oberhalb des Sockels, im Sockelbereich sowie im Bereich erdberührter Bauteile.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal bietet die Art des Bindemittels: Organische Putze sind nach DIN 18558 geregelt und werden mittels Kunstharzdispersionen gebunden. Als schwer entflammbarer Baustoff gehören sie der Klasse B2 an. Mineralische Putze hingegen regelt die DIN EN 998-1. Sie beinhalten anorganische Bindemittel wie Kalk oder Zement und gehören aufgrund ihrer Nichtbrennbarkeit der Baustoffklasse A1 an.

Mineralische Außenputze sind für den Einsatz auf mineralischen Untergründen wie Ytong Porenbeton  und Silka Kalksandstein nahezu prädestiniert und gewährleisten aufgrund ihres feinporigen dampfdiffusionsoffenen Gefüges im Außenwandbereich einen optimalen Feuchtehaushalt.

 

Außenputze auf Ytong Porenbetonmauerwerk oberhalb des Sockels

Außenputze oberhalb des Sockels sind sowohl einlagig als auch mehrlagig ausführbar, sollten jedoch grundsätzlich aufeinander und auf den Untergrund abgestimmt sein. Nur so lassen sich mit Hilfe der Putzsysteme auftretende Spannungen – beispielsweise durch Temperaturdehnung – in den Berührungsflächen zwischen den Putzlagen und dem Untergrund aufnehmen.

Die positiven Eigenschaften eines fertigen Putzes hängen jedoch nicht nur von seiner Zusammensetzung, sondern ebenso vom Untergrund sowie der Verarbeitung und Nachbehandlung ab.

Mit der stetigen Weiterentwicklung von Ytong Porenbeton verbessert sich aufgrund verringerter Rohdichte und Elastizität auch sein Wärmeschutz erheblich. Parallel dazu entwickelten Putzhersteller immer leichtere Außenputze und folgen so dem Grundsatz, „weiche Putze auf harte Untergründe aufzubringen“.

Die Trockenrohdichte, die Druckfestigkeit und der Elastizitätsmodul moderner Leichtputze der Typen I und II sind optimal auf den Ytong Porenbetonuntergrund abgestimmt und gewährleisten eine sichere Ausführung.

Außenputze müssen entsprechend DIN EN 13914-1 bzw. DIN 18550-1 gleichmäßig am Putzgrund haften und hinsichtlich seiner Eigenschaften auf den Putzgrund abgestimmt und dauerhaft sein. Neben seiner optischen Funktion muss er auch bauphysikalische Anforderungen erfüllen.

So muss er unter anderem hinsichtlich seiner Beanspruchung durch Schlagregen. gemäß DIN 18550-1, ein geeignetes Wasseraufnahmevermögen aufweisen.

Langjährige Untersuchungen und praktische Erfahrungen haben gezeigt, dass Außenputze mit folgenden Eigenschaften diese Anforderungen erfüllen (vgl. hierzu auch DIN 4108-3):

  • Wasseraufnahmekoeffizient: w ≤ 0,5 kg/(m²h0,5)
  • Diffusionsäquivalente Luftschichtdicke: sd ≤ 2,00 m
  • Produkt: w* sd ≤ 0,2 kg/(m²h0,5)

Mit diesen Merkmalen ausgestattet, kann das vom Putz aufgenommene Wasser durch Diffusionsvorgänge auch wieder entweichen. Eignungsuntersuchungen der Xella Technologie- und Forschungsgesellschaft mbH ermittelten zudem weitere Anforderungsmerkmale, auf deren Basis wir regelmäßig Außenputze testen und als geeignete, hochwärmedämmende Ytong Porenbetonfassaden einstufen – auch verbunden mit den Herstellerangaben.

Die aus unseren Untersuchungen resultierenden Empfehlungen gelten jedoch lediglich als Orientierungshilfe auf der Suche nach einem geeigneten Putzsystem. Die Putzhersteller bieten ebenfalls alternative Systeme an.

Praxistipp

Praxistipp
Eine Zusammenstellung geprüfter Außenputzsysteme unterschiedlicher Hersteller finden Sie unter www.ytong-silka.de/planungshilfen

Ein-mehrlagiger Putz oberhalb des Sockels

Ein- bzw. mehrlagiger Putz oberhalb des Sockels

Folgt man dem Grundsatz, weiche Beschichtungen auf harte Untergründe aufzubringen, gelten für Ytong Porenbetonsteine der Festigkeitsklasse 1,6 mit einer Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,07 W/(mK) besondere Maßnahmen: In diesem Fall empfehlen wir ein zweilagiges Außenputzsystem mit einer 5 bis 8 mm dicken Armierungsputzschicht aus Ytong Armierungsmörtel als Grundputz.

Dazu ist zunächst mit der Zahntraufel eine ca. 5 bis 8 mm dicke Schicht aus Ytong Armierungsmörtel [1] auf die Außenwand zu ziehen und das senkrecht oder waagerecht verlegte Armierungsgewebe mit der Traufel in das noch nasse Mörtelbett einzudrücken [2], sodass es im äußeren Schichtdrittel liegt. Um die Armierungsputzschicht fertigzustellen, folgt eine weitere dünne Armierungsmörtellage [3], die das Gewebe schließlich vollflächig abdeckt.

Die endgültige Oberflächenbeschichtung lässt sich im Anschluss mit einer Oberputzschicht [4] nach Herstellerangaben vervollständigen. Wird bei der Endbeschichtung abermals Ytong Armierungsmörtel verwendet, kann dieser als Dünnlagenputz in 3 bis 5 mm Stärke erfolgen.

Auch weitere passende Oberputze verschiedener Hersteller sind an dieser Stelle geeignet.

Download Ytong Außenputzliste / Putzliste

1

Ytong Armierungsmörtel

2

Einlegen des Gewebes

3

Zweite Lage Ytong Armierungsmörtel „nass in nass“

4

Oberputz

Ausführungsqualität von Außenputzen auf Ytong

Um ein geeignetes Putzsystem zu finden, beurteilt der Ausführende zunächst die Qualität von Untergrund und Mauerwerk. Auch hierbei sind Fehlstellen auszufüllen und die Auftragsdicke ist auf die (Un-)Ebenheit des Mauerwerks abzustimmen. Da Ytong Porenbeton besonders maßhaltig ist, reicht eine nach Herstellerangaben geringere Schichtdicke des Grund- und Oberputzes aus.

Der Untergrund gilt als ausreichend trocken, wenn die Ausgleichsfeuchte oberflächennah (bis 30 mm Tiefe) erreicht ist.

Der Rohbaufeuchteschutz spielt eine zentrale Rolle: So sind insbesondere Brüstungen immer abzudecken [5] und anfallendes Regenwasser ist während der Bauphase vom Objekt wegzuleiten. Mauerwerksfußpunkte lassen sich beispielsweise schon während der Bauphase vor anstehender Feuchte schützen, indem die unterste  Steinlage mit einer flexiblen Dichtschlämme versehen wird [6]. Grundsätzlich ist die gesamte Konstruktion mit ausreichenden Feuchte- und Regenschutzmaßnahmen zu planen – insbesondere konstruktive Detaillösungen verlangen eine gewisse Witterungsbeständigkeit.

So vermeiden Fensterbänke mit mindestens 50 mm Überstand unnötige Schmutzfahnen und auf den Putz abgestimmte Fugendichtmaterialien an Fenstern und  Fensterbänken reduzieren Auswaschungen. Ausreichende Dachüberstände schützen die Fassade wiederum vor starkem Regen.

In rissgefährdeten Zonen sind Rissbrücken mit einem Putzarmierungsgewebe im äußeren Drittel der ersten Putzschicht einzubetten. Rissbrücken sind unter anderem an Übergängen zu anderen Putzgründen wie der Ausgleichsmörtelschicht oder Beton und Leichtbauplatten sowie an Fensterbrüstungen, Stürzen, Rollladenkästen und Gebäudeecken [7] anzuordnen.

An Öffnungsecken vieler Außenputze haben sich Diagonalstreifen („Gewebepfeile“) [8] zur Rissvermeidung bewährt. Dabei ist grundsätzlich Putzarmierungsgewebe auf den Untergrund aufzubringen. Zur Sicherung von Mauerwerkskanten (beispielsweise bei Gebäudeecken und Fensterlaibungen) sind verzinkte, kunststoffüberzogene Eckschutzschienen und Sockelschienen zu verwenden. Je nach Herstellerangaben ist auch Edelstahl möglich.

5

Schutz vor Regen während der Rohbauphase

6

Dichtschlämme am Fußpunkt aufbringen

7

Eckschutzschiene

8

Kerbrissgefährdete Bereiche

Oberflächengestaltung mit Oberputzen auf Ytong

Heute übernehmen meist Maschinen den etwa 10 bis 20 mm dicken und gleichmäßigen Außenputzauftrag. Danach wird der Putzmörtel mit einer Kartätsche oder einem Richtscheit abgezogen.

Je nach Produkt eignet sich für Außenwände aus Ytong Porenbeton auch der zweilagige Auftrag „nass in nass“: In einem ersten Arbeitsgang wird eine etwa
10 mm dicke Schicht aufgezogen und anschließend die gewählte Unterputzschicht fertiggestellt. Dabei sind Standzeiten von etwa einem Tag pro Schichtmillimeter  einzuplanen.

Es folgt ein zum System passender Oberputz, der unterschiedliche Strukturierungen abhängig von der Auftragsstärke ermöglicht. Dünnschichtige Oberputze sind in der vorhandenen Korngröße 2 bis 5 mm dick aufzutragen und als Rau- oder Scheibenputz strukturiert. Dickere Oberputze sind wiederum in größerer Auftragsdicke als der vorhandenen Korngröße aufzutragen underst am Folgetag zu strukturieren.

Bei eingefärbten Putzen empfiehlt sich ferner ein Egalisierungsanstrich, der in einem zusätzlichen Arbeitsgang und nach Herstellervorgaben aufzubringen ist. Er gleicht kleine, unvermeidbare Farbunterschiede in den eingefärbten Oberputzen aus und verleiht der Fassade ihr einheitliches Bild. Natürlich darf das gewählte Farbsystem die Wasserdampfdiffusion nicht beeinträchtigen.

Bei der farblichen Fassadengestaltung sollte man berücksichtigen, dass dunkle Fassaden schneller aufheizen und die damit verbundene Temperaturdehnung in den Putzschichten zu Rissen führen kann, die ab 0,2 mm behandelt werden müssen. Haarrisse unter 0,2 mm sind in der Regel unkritisch und müssen hingenommen werden.

Bei Ytong Porenbeton gelten Hellbezugswerte über 60 als unkritische Farben, niedrigere Hellbezugswerte sind durch den Putzhersteller zu prüfen und nur nach  Rücksprache anzuwenden. Bei Werten unter 30 ist ein direktes Putzsystem nicht mehr möglich. In dem Fall sollten sich Lösungen im Bereich der Wärmedämm-Verbundsysteme finden, in denen die tragende Mauerwerksschicht und das Fassadensystem entkoppelt sind.

Aufeinander abgestimmte Untergrundsysteme aus Ytong Porenbeton und Putzsystem schaffen – fachgerecht ausgeführt – dauerhafte und optisch ansprechende  Fassadenlösungen, die erst nach Ablauf der Nutzungsdauer einen frischen Anstrich benötigen.

Außenputze auf Ytong Porenbetonmauerwerk im Sockelbereich

Der Sockel ist der untere Teil der Fassade, der im spritzwasserbelasteten Bereich liegt und aufgrund der höheren mechanischen Beanspruchung durch Schmutz und Wasser besondere Maßnahmen verlangt: Somit müssen Sockelputze ausreichend fest, wasserabweisend und widerstandsfähig gegen kombinierte Einwirkungen aus Frost und Feuchtigkeit sein.

Eine vertikale Abdichtung erdberührter Bauteile ist nach DIN 18533 bis 30 cm über die Geländeoberkante zu führen. Oberhalb der Geländeoberkante darf die  Abdichtung entfallen, sofern in diesem Bereich ausreichend wasserabweisende Bauteile zum Einsatz kommen, andernfalls ist sie hinter der Sockelbekleidung hochzuführen.

Außensockelputze auf Ytong Porenbetonmauerwerk sollten aus Mörtel mit hydraulischen Bindemitteln bestehen, der Kategorie CS III nach DIN EN 998-1 entsprechen und darüber hinaus die Anforderungen an wasserabweisende Putzsysteme erfüllen. Der Putzgrund ist zuvor abzukehren und für bessere Haftung je nach Herstellerangaben mit einer geeigneten Grundierung zu versehen.

Der Anschluss des Sockelputzes an eine vertikale bituminöse Abdichtung (Bitumendickbeschichtung oder Bitumenbahn) erfolgt am besten über spezielle Haftbänder, bei Bitumendickbeschichtungen auch durch eingestreuten Splitt. Der Sockelputz kann ein- oder zweilagig erfolgen, sofern die Herstellerangaben berücksichtigt werden.

Für den Sockelputz ist eine auf den gesamten Außenputz abgestimmte Lösung desselben Herstellers zu verwenden, denn seine Erfahrung und seine vorgegebenen Detaillösungen führen schließlich zu einem dauerhaft wirkenden Ergebnis. Es ist zu beachten, dass Zierkiesschüttungen im Sockelbereich keine auswaschbaren  Bestandteile beinhalten dürfen, da es sonst zu Verunreinigungen bei Feuchtigkeit kommen kann.

Gehwegplatten oder Außenpflaster im Sockelbereich verlangen es, Sockel und Material zu trennen, um Schallübertragungen zu vermeiden. Solche Lösungen führen jedoch schnell zu Verschmutzungen, daher sollte der Sockel aus einer leicht zu reinigenden Variante bestehen. Auch Tausalze im Winter können den Sockelputz schädigen und sollten daher nicht mit ihm in Berührung kommen.

Vertikale Abdichtungen von Ytong und Silka im Bereich erdberührter Bauteile

Erdberührtes Ytong oder Silka Mauerwerk verlangt eine dauerhaft funktionsfähige Abdichtung nach DIN 18533, die grundsätzlich folgender Anforderung  entsprechen sollte: Wirkung und Bestand einer Bauwerksabdichtung hängen nicht nur von ihrer fachgerechten Planung und Ausführung ab, sondern auch von der abdichtungstechnisch zweckmäßigen Planung, Dimensionierung und Ausführung des Bauwerks und seiner Teile, auf die die Abdichtung aufgebracht wird.

Bereits bei der Planung ist zu klären, wie eine Abdichtung erdberührter Bauteile erfolgt – siehe hierzu auch Schutz vor Erdfeuchte im Kapitel Grundlagen des Feuchteschutzes

Um eine geeignete Maßnahme zu finden, sind zunächst die Bodenart und der Bemessungswasserstand geotechnisch zu erfassen.

Grundsätzlich eignen sich Ytong Porenbeton und Silka Kalksandstein für alle baulichen Situationen. Erfahrungsgemäß sollten jedoch erdberührte Wände unterhalb des Bemessungswasserstands aus wasserundurchlässigem Beton bestehen. Egal, ob eine Abdichtung aus kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungen (KMB) oder bahnenförmigen Wandabdichtungen verwendet wird: Das Mauerwerk muss darauf vorbereitet werden. Bereits ein sorgfältig ausgeführtes Kellermauerwerk hält die Vorarbeiten für eine dauerhaft sichere Abdichtung gering – siehe hierzu auch Planung von Kelleraußenwänden

Wärmedämm-Verbundsysteme auf Ytong und Silka Wandbaustoffen

Der Markt bietet für alle energetischen Einstufungen unterschiedliche Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) an, die sich problemlos auf Ytong Porenbeton und Silka Kalksandstein aufbringen lassen. WDVS sind über Zulassungen geregelt. Diese sind für eine ordnungsgemäße Ausführung unbedingt einzuhalten. Nur so lassen sich Fassaden mit ihren Detailpunkten und der gewünschten Oberflächengestaltung realisieren – siehe auch Planung von Funktionswänden

An dieser Stelle ist das WDVS auf Basis von Multipor Mineraldämmplatten hervorzuheben, deren ökologische, massive und nicht brennbare Eigenschaften alle modernen Bauanforderungen erfüllen. Natürliche und mineralische Inhaltsstoffe machen dieses Material ökologisch besonders wertvoll – ausgezeichnet mit dem natureplus-Zertifikat und dem eco-Label.

Weitere Informationen zum Multipor Wärmedämm-Verbundsystem finden Sie unter www.multipor.de

Verblendmauerwerk als Sichtmauerwerk

Traditionell schützt eine Verblendmauerschale bei zweischaligem Mauerwerk die hochwertigen Ytong und Silka Mauerwände, wodurch ein Sichtmauerwerk entsteht, wie es die europäische Norm DIN EN 1996 sowie die nationalen Anhänge ausführlich beschreiben.

Ausführliche Hinweise zur Verarbeitung von Silka Verblendern als weiße Lösung im Außenbereich

Alles zur Planung von zweischaligen Außenwänden

Traditionell und modern: Verbände in Sichtmauerwerk

Ein eingehaltenes Überbindemaß gibt den Verband vor, in dem zu bauen ist. Traditionell entstehen größere Wanddicken als Verbandsmauerwerk, das aus mehreren Steinen nebeneinander besteht. Durchgesetzt hat sich jedoch das Einsteinmauerwerk, dessen Steinbreite der Wanddicke entspricht. Sichtmauerwerk kann aufgrund verschiedener Verbandsarten optisch hohe Ansprüche erfüllen, wobei Läufer- und Binderverband als Zierverbände und Märkischer, Wilder, Kreuz- und Blockverband am beliebtesten sind [9].

Normativ geregeltes Verblendmauerwerk

Die DIN EN 1996 sowie die entsprechenden nationalen Anhänge regeln zweischaliges Mauerwerk und beschreiben eine sichere, einfache und bewährte Konstruktion.

Dabei wird das tragende Hintermauerwerk aus Ytong oder Silka für die vorhandenen Lasten bemessen, wobei eine Mindestdicke von 11,5 cm als tragende Außenwand einzuhalten ist. Für die verwendeten Verblender gilt eine Dicke von mindestens 90 mm, kleinere Abmessungen gelten als Bekleidungen und fallen z. B. unter den Anwendungsbereich der DIN 18515-1.

Normativ vier verschiedene Ausführungsvarianten für zweischaliges Mauerwerk zulässig:

  • mit Putzschicht
  • mit Luftschicht
  • mit Luftschicht und Wärmedämmung
  • ohne Luftschicht mit Wärmedämmung (Kerndämmung)

Aufgrund der steigenden Wärmeschutzanforderungen kommt die Kerndämmung [10] am häufigsten zur Anwendung, da der bis auf einen Fingerspalt mit Dämmstoff gefüllte Raum zwischen Verblendschale und tragendem Mauerwerk einen maximalen Wärmeschutz darstellt.

9

Verbände im Sichtmauerwerk

10

Fußpunktdetail nicht unterkellerter Bereich

Fugenglattstrich 11

Fugenglattstrich

Ausführungsqualität von Verblendmauerwerk

Die VOB 2006 führte erstmals den Fugenglattstrich als Regelausführung für zweischaliges Mauerwerk ein. Davor galt die nachträgliche Verfugung als Standard. Sie ist zwar weiterhin möglich, muss dann jedoch ausdrücklich in der Leistungsbeschreibung vereinbart werden.

Der Fugenglattstrich [11] gilt als technisch und optisch einwandfreie Lösung, die sich in einem Arbeitsgang erstellen lässt. Die dafür verwendete Mörtelmenge sollte nach dem Ausrichten des Verblendmauersteins gleichmäßig und ohne zu verlaufen an der Sichtseite herausquellen und ist dann umgehend mit einer Maurerkelle aufzunehmen.

Sobald der Vormauermörtel ansteift, ist die Fuge – am besten mit einem Schlauchstück – nochmals anzudrücken, um sie zu verdichten und leicht auszurunden. Die früher übliche nachträgliche Verfugung benötigt einen weiteren, zeitintensiven Arbeitsschritt, wobei die Mörtelmenge so zu wählen ist, dass sie die Fugen zwar vollständig ausfüllt, jedoch nicht herausquillt. Bevor der eingebrachte Mörtel aushärtet, ist er vorzugsweise mit einem Holzbrettchen mindestens 15 mm tief  auszukratzen und das Verblendmauerwerk anschließend etwa vier Wochen durchtrocknen zu lassen, um Ausblühungen an der Fassade vorzubeugen.

Erst danach sollten lose Mörtelreste aus den Fugen entfernt und das Verblendmauerwerk sollte gründlich vorgenässt werden, damit der nachträglich eingebrachte Fugenmörtel nicht verdurstet. Die vorhandenen Fugen lassen sich mit einem erdfeuchten Fugenmörtel dicht verschließen.

Frisches Verblendmauerwerk ist grundsätzlich vor starkem Regen und intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen. Mörtelreste, die die Sichtfassade verschmutzt haben, lassen sich am besten im frischen Zustand entfernen.

Es mit Wasser zu benetzen verlangt Sorgfalt, da sich noch nicht erhärteter Mörtel auswaschen kann. Säuren dürfen seit 2006 nicht mehr für die Reinigung verwendet werden, Mörtelhersteller bieten jedoch spezielle Reinigungssysteme an, die keine Auswaschungen oder Ausblühungen nach sich ziehen.

Dehnungsfugen sorgen für Ausführungssicherheit

Richtig angeordnete Dehnungsfugen können Risse im Mauerwerk vermeiden. Dafür sollten sie sowohl reversible Formänderungen (aus Wärme- und Feuchtedehnungen) als auch irreversible Formänderungen (aus Kriechen und Durchbiegungen) aufnehmen können. Dehnungsfugen sind etwa 1 bis 1,5 cm breit und basieren auf dem gewählten Material für die Verblendschale, dessen Farbe und der betrachteten Himmelsrichtung der Wand.

Vertikale Dehnungsfugen in der Verblendschale bei langen Mauerwerksscheiben sollten nach DIN EN 1996-2 die folgenden Abstände nicht überschreiten:

  • Silka Sichtmauerwerk: 6 bis 8 m
  • Ytong Porenbetonmauerwerk als Vorsatzschale mit Außenputz: 6 m
  • Mauerziegelsichtmauerwerk: 12 m
  • Betonsteinsichtmauerwerk: 6 m
  • Natursteinmauerwerk: 12 m

Zusätzliche Dehnungsfugen sind an den Gebäudekanten anzuordnen, bei großen Fenster- und Türöffnungen außerdem in den verlängerten, senkrechten Laibungen.

Im Bereich der Dehnungsfugen sind drei zusätzliche Mauerwerksanker pro Meter Randlänge notwendig. Temperatureinflüsse wirken am stärksten auf die Fassadenflächen der West- und Südwand, daher muss sich die Westwand unbedingt beidseitig verformen können. Die Nordwand hingegen besitzt die geringste thermische Verformungseigenschaft und kann deshalb  zwischen West- und Ostwand eingebunden werden.

Die Abbildung [12] zeigt, wie Dehnungsfugen im Eckbereich eines Gebäudes angeordnet werden sollten. Dehnungsfugen sind nach DIN 18540 auszuführen.

Dabei müssen die Fugenflanken frei von Mörtelresten sein und parallel zueinander verlaufen. Auch hier ist ein Fugenglattstrich sinnvoll, der möglichst bündig zu den verwendeten Verblendsteinen erfolgen sollte. In die Dehnungsfuge wird daraufhin ein reversibel komprimierbares Schaumstoffrundprofil [13] eingebaut, anschließend wird die Fuge von einem elastoplastischen Fugendichtstoff außenseitig dauerhaft verschlossen.

Offene Vertikalfugen entsprechen nicht den Vorgaben der DIN EN 1996, da sie unter Umständen Feuchtigkeit in die Dämmstoffebene eindringen lassen.

12

Dehnungsfugen im Eckbereich

13

Schaumstoffrundprofil

Die vorgehängte, hinterlüftete Fassade

Außenwände mit hinterlüfteter Verkleidung sind wärme- und feuchteschutztechnisch die perfekte Lösung.

So lassen sich Fassadenelemente aus Holz, Blech, Kunststoff, Naturstein oder ähnlichen Materialien zumeist problemlos befestigen.

Eine Hinterlüftung ist mit einer Konterlattung als Unterkonstruktion realisierbar, wobei die Lattung bzw. Konterlattung nur mit zugelassenen und geeigneten Verbindungsmitteln auf Ytong und Silka Wandkonstruktionen befestigt werden darf. Zahlreiche Konstruktionslösungen helfen bei der Umsetzung.

Dazu lassen sie sich statisch bemessen und den Einbaubereichen entsprechend sicher auf die Fassade aufbringen. Im Bereich der Unterkonstruktion werden meist noch zusätzliche Dämmstoffschichten eingebaut, um der aktuellen Energieeinsparverordnung zu entsprechen.

Dabei ist die Dämmung so zu befestigen, dass sie sich nicht von der Wandkonstruktion löst oder verrutscht. Ihre wasserabweisende und winddichte Schutzschicht auf der Oberseite muss beim Einbau zur Fassadenaußenseite zeigen, sonst kann sie vom Wind unterspült werden, wodurch die Dämmwirkung nachlässt.

passende Kapitel aus dem Baubuch

Downloads

Baubuch Kapitel 3 - Wandbaustoffe

Baubuch Kapitel 3.6 - Folgearbeiten

Kontaktieren Sie uns

Weitere Informationen gibt:

Unsere technische Bauberatung

Unsere Bauberater sind Baustoffexperten sowie zertifizierte Energiefachberater und unterstützen Sie bei Ihrer täglichen Arbeit.

Telefon: 0800 5235665 (Freecall)

 

Hier finden Sie den Bauberater Ihrer Region