Mauerwerksarbeiten im Sommer / Winter

Mauerwerksarbeiten im Hochsommer

Temperaturen von über 30 °C erfordern zusätzliche Maßnahmen im Mauerwerksbau. Entsprechende Verarbeitungshinweise sind auf dem Mörtelsack zu finden und bei Bedarf mit uns abzustimmen.

Bei Hitze verdunstet das Anmachwasser deutlich schneller, wodurch für den Aushärtungsprozess unter Umständen nicht mehr genug Wasser zur Verfügung steht. Dies kann dazu führen, dass der Mörtel die Steine nicht ausreichend verbindet. Auch Steine mit warmer Oberfläche können diesen negativen Prozess beschleunigen. Es bietet sich an, die Steine vorzunässen: Handformate sind in ein Wasserbecken zu tauchen und die Lagerfugenoberfläche eines großformatigen Mauerwerks ist mit einem nassen Quast zu benetzen.

Mauerwerksarbeiten in Wintermonaten

Entsprechend der DIN EN 1996-2:2010 und dem zugehörigen nationalen Anhang DIN EN 1996-2/NA:2012 sind bezüglich der Ausführung von Mauerwerk bei Frost-Tau- Wechsel bzw. bei Frost folgende Aspekte zu beachten:

  • Bei Frost darf Mauerwerk nur unter besonderen Schutzmaßnahmen (z. B. Einhausen) ausgeführt werden.
  • Frostschutzmittel sind nicht zulässig.
  • Gefrorene Baustoffe dürfen nicht verwendet werden.
  • Frisches Mauerwerk ist bis zum vollständigen Aushärten vor Frost zu schützen.
  • Auf gefrorenem Mauerwerk darf nicht weitergearbeitet werden.
  • Der Einsatz von Salzen zum Auftauen ist nicht zulässig.
  • Teile vom Mauerwerk, die durch Frost oder andere Einflüsse geschädigt sind, sind vor dem Weiterbau abzutragen.

Silka Secure Dünnbettmörtel und Ytong Dünnbettmörtel sind bei Temperaturen zwischen +5°C und +30°C optimal zu verarbeiten. Bei geringeren Temperaturen sind geeignete Maßnahmen bei der Verarbeitung der Mörtel und der Steinmaterialien zu treffen (z. B. Einhausen bei niedrigen Temperaturen, siehe oben). Die Maßnahmen zum Schutz sind so zu dimensionieren, dass ausreichend positive Temperaturen für die Aushärtung des Mörtels vorhanden sind.

Beide Mörtel binden bei niedrigen Temperaturen unter +5 °C deutlich schlechter ab und erreichen somit erst später ihre Endfestigkeit. Temperaturen von +5 °C bis zur Frostgrenze können bei fehlenden Schutzmaßnahmen das Erhärten des Mörtels derart verzögern, dass das Anmachwasser schneller verdunstet, als der Mörtel erhärtet und somit keine ausreichende Festigkeit und kein ausreichender Verbund erreicht wird.

Darüber hinaus sollte frisches Mauerwerk vor direktem Regen geschützt werden und ohne Schutzmaßnahmen bei anhaltendem Niederschlag nicht gemauert werden (vergleiche hierzu auch DIN EN 1996-2:2010, Abschnitt 3.6). Im Anwendungsbereich der „Allgemeinen technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen“ (VOB Teil C) sind die oben genannten Maßnahmen entsprechend ATV „Mauerarbeiten“ – DIN 18330:2016, Abschnitt 3.1.2 mit dem Auftraggeber abzustimmen. Gemäß DIN 18330:2016, Abschnitt 4.2.24 sind Vorsorge- und Schutzmaßnahmen für das Mauern bei Frost „besondere Leistungen“.

Baubuch 2018/2019 – 5. Auflage

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Baubuch Kapitel 3 - Wandbaustoffe

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