Nicht tragende Innenwände

Innenwände ohne statische Anforderungen lassen sich beliebig einbauen oder entfernen, ohne dass die Standsicherheit des Gebäudes beeinträchtigt wird. Hier liegt der große Vorteil für ihren flexiblen Einsatz, was Umnutzungen von Räumen leicht möglich macht.

Übersicht – Produktlösungen für nicht tragende Innenwände

Für die Errichtung schlanker, massiver und nicht tragender Innenwände bieten die Lösungen von Ytong und Silka ein hohes Maß an Flexibilität.

Unsere Empfehlung für
nicht tragende Innenwände
Ytong Planblock – Übliche Wanddicke 115 bis 240 mm
Ytong Planbauplatte – Übliche Wanddicke 50 bis 100 mm
Für Mindestanforderungen an den Schallschutz nach DIN 4109-1:

Silka Ratio-Planstein oder Silka Standard Silka Classic –
Übliche Wanddicke 115 bis 175 mm

Silka XL oder Silka Solid – Übliche Wanddicke 100 mm

Für Mindestanforderungen an den Schallschutz nach DIN 4109-1 oder erhöhte
Anforderungen an den Schallschutz:Silka Ratio-Planstein oder Silka XL oder Silka Solid –
Übliche Wanddicke 115 bis 240 mm

Planung von nicht tragenden Innenwänden

In der Statik zählen Innenwände – über den Trennwandzuschlag – zu den Nutzlasten, wenn die Trennwand die Gesamtlast von 5 kN/m einschließlich Putz nicht überschreitet (Tabelle 1). Um eine erhöhte Rissesicherheit in nicht tragenden Innenwänden (=Trennwände) zu erlangen, erweist sich eine Durchbiegungsbeschränkung auf 1/500 ihrer Stützweite bei der Deckenbemessung als sinnvoll. Für eine zusätzliche Ausführungssicherheit, ist eine Gewebeeinlage als Lagerfugenbewehrung in jeder zweiten Schicht zu empfehlen. Hierfür ist das Ytong Armierungsgewebe gut geeignet, das in unserem Werkzeugshop erhältlich ist: www.ytong-werkzeugshop.de

Trennwände erfüllen bei sachgerechter Planung bestehende Anforderungen an den Schall-, Wärme- und Brandschutz. Sie lassen sich zur individuellen Raumeinteilung auch im späteren Verlauf der Ausbauarbeiten errichten. Nach DIN EN 1996-3/NA bzw. DIN 4103-1 bemessen, übertragen sie die Eigenlasten und die einwirkenden geringen horizontalen Lasten sicher in die angrenzenden Bauteile.

Trennwände dürfen niemals mit nicht tragenden Ausfachungswänden verwechselt werden, da diese durch Windlasten zusätzlich beansprucht werden. Bei der Bemessung von Trennwänden werden, in Abhängigkeit von der Nutzung der Räume, nach DIN 4103-1 unterschiedliche Einbaubereiche definiert. So setzt man in Bauten mit geringen Menschenansammlungen (Einbaubereich 1) wie z. B. Wohnungen und Räume in Hotels, Altenheimen sowie Büros eine geringere Horizontallast an als bei Versammlungsräumen oder Schulgebäuden (Einbaubereich 2). Zulässige Wandlängen, in Abhängigkeit von Wanddicke, Wandhöhe und Wandhalterung finden Sie im Kapitel 5.1.2, Tabelle 2-4. Diese wurden durch umfangreiche Versuche ermittelt und haben sich seit Jahrzehnten im Mauerwerksbau bewährt.

Tabelle 1: Charakteristische Werte für Nutzlasten nach DIN EN 1991-1-1/NA

Tabelle 2: Wandlinienlasten für Ytong und Silka Planbauplatten

Tabelle 3: Wandlinienlasten Ytong Porenbeton

Tabelle 4: Wandlinienlasten Silka Kalksandstein

Mindestdicke nicht tragender, raumabschließender Wände

Brandschutz von Trennwänden für die Sicherheit im Gebäude

Trennwände erfüllen häufig auch brandschutztechnische Aufgaben. In Wohnhäusern gelten zwar in der Regel nur Brandschutzanforderungen für Haustechnikräume, in Gewerbebauten berücksichtigen sie jedoch auch die beidseitige Raumnutzung. Dazu erfüllen sowohl Ytong Porenbeton als auch Silka Kalksandstein problemlos Anforderungen von EI 30–EI 120. Die Wand-dicke wird durch die DIN EN 1996.1-2/NA unter Berücksichtigung evtl. vorhandener Putze. Trennwände mit brandschutztechnischer Beanspruchung benötigen außerdem geeignete Anschlüsse. Bei beweglichen oberen Anschlüssen hat es sich bewährt, diese vollständig mit mineralischen Fasern der Baustoffklasse A zu befüllen – mit einer Rohdichte von über 30 kg/m3 und einem Schmelzpunkt von über 1.000 °C. Ein beidseitiger Fugendichtstoff dient der Lagesicherung und wirkt sich nicht nachteilig auf die Brandsicherheit aus.

Ausführung nach einfacher Planung

Trennwände erhalten ihre Standsicherheit, indem sie durch geeignete Anschlüsse (Halterungen) mit angrenzenden Bauteilen verbunden sind. Dabei ist zu beachten, dass eine mindestens 3-seitige Halterung der Trennwand gegeben sein muss. Eine Öffnung, z. B. eine Tür, gilt hier üblicherweise als freier Rand. Für mehr Ausführungsqualität sorgen vermörtelte Stoßfugen, die sich abhängig von den verwendeten Mauerwerkssteinen und deren Formaten umsetzen lassen und damit bereits einfach Teil der Planungsphase sind.

Anordnung der Mauerverbinder

Seitliche Halterungen werden – je nach Verformungserwartung – als starre oder gleitende Anschlüsse geplant. Die traditionelle Einbindung als verzahntes Mauerwerk ist heute unüblich, da mit Mauerankern – sowohl beim Hochziehen der Außenwand als auch nachträglich eingebracht – Methoden zur einfachen seitlichen Verankerung zur Verfügung stehen. Die Zahl der einzubauenden Anker ergibt sich aus den statisch wirkenden Kräften. Bewährt haben sich hier ein Mauerwerksverbinder in mindestens jeder zweiten Lagerfuge bei einer Steinhöhe von 25 cm bzw. in den Drittelspunkten der Wand. Jeder Verbinder nimmt dabei Querkräfte auf, die so aus der Trennwand sicher in die angrenzenden Wände eingeleitet werden. Die Mauerwerksverbinder werden ohne zusätzlichen Aufwand einfach in den Lagerfugenmörtel eingebettet.

Die Planung der oberen Halterung ist abhängig von der zu erwartenden Langzeitdurchbiegung der Decken. Beeinflusst sie die Trennwände nicht, kann der Raum zwischen der Trennwand und der Decke vermörtelt werden. Wir empfehlen jedoch, die Trennwände am oberen Rand mit gleitenden Anschlüssen auszuführen. Stahlprofile mit einem zusätzlichen Mineralwolldämmstreifen oder geeignete bewegliche Maueranker (z. B. Federanker) bieten sicheren Halt. Haben Trennwände einen freien Rand am oberen Ende, kann die obere Anschlussfuge ebenfalls mit elastischem Schaum gefüllt werden (bei brandschutztechnischen Anforderungen: Einlegen von Mineralwolle mit Schmelzpunkt > 1000 °C und Rohdichte ≥ 30 kg/m3). In diesem Fall sind die Stoßfugen zu vermörteln, um eine sichere Lasteinleitung auf die angrenzenden Seitenwände zu gewährleisten.

Trennwände sollten möglichst spät eingebaut, werden, um Schwindungsund Kriechverformungen der Decken ausreichend Zeit zum Abklingen zu geben. Der Einbau der Trennwände sollte nach Möglichkeit vom obersten Geschoss nach unten hin erfolgen, um zu vermeiden, dass eine zusätzliche Deckendurchbiegung auf bereits eingebaute Trennwände einwirkt.
Weiterführende Hinweise sind unter „Bemessung von nicht tragenden inneren Trennwänden aus Mauerwerk“ sowie im DGfM-Merkblatt „Nichttragende innere Trennwände aus Mauerwerk“ zu finden.

Konstruktionsbeispiele nicht tragende, raumabschließende Innenwände

Fußpunktausbildung auf Rohdecke

Darstellung Ausführungsart Download
Starrer Anschluss 04-001 s
Gleitender Anschluss 04-001 g

Oberer Anschluss an Decken

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Gleitender Anschluss mit U-Profil 04-006

Seitlicher Anschluss an Wände

Darstellung Ausführungsart Download
Starrer Anschluss 04-003a
Gleitender Anschluss 04-003b

Oberer Anschluss an Dächer

Darstellung Ausführungsart Download
Ytong Massivdach 04-005
Holzdach 04-004

Baubuch 2018/2019 – 5. Auflage

Downloads

Baubuch Kapitel 3 - Wandbaustoffe

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