Planung von Ytong Deckenelementen

Ytong Deckenelemente sind bewehrte, tragende und großformatige Montagebauteile aus Ytong Porenbeton. Hier erhalten Sie neben Informationen zu unseren Deckensystemen umfassende Planungs- und Konstruktionsempfehlungen für Keller- oder Dachbodendecken anhand konkreter Beispiele.

Vorteile einer Deckenkonstruktion mit Ytong Deckenelementen

  • Ytong Deckenelemente mit integrierter Wärmedämmung
  • Ideal für Decken, angrenzend zu wenig beheizten Kellern oder Dachgeschossen
  • Sofort begehbar, keine Schalungsarbeiten, ohne Aufbeton
  • Brandschutz bis zu 180 Minuten

Eingesetzt als Decke unbeheizter Keller oder zu unbeheizten Dachräumen, helfen Ytong Deckenelemente, die notwendigen Dämmstoffdicken zu reduzieren und somit die Anforderungen der Energieeinsparverordnung leicht zu erfüllen.

Tabelle 1: Produktkenndaten Ytong Deckenelement
Artikel
Druckfestigkeits-/
Rohdichteklasse
Geregelt durch Wärme-
leitfähigkeit λ
Abmessungen L x B x H Eigenlast
[W/(mK)] [mm] [kN/m2]
PDE 4,4-0,55
(AAC 4,5-550)
DIN 4223
(DIN EN 12602)
0,14 2.250–6.000 x 625 x 200
2.250–6.000 x 625 x 240
2.250–6.000 x 625 x 250
1,34
1,61
1,68
Tabelle 2: Produktcharakteristik Ytong Deckenelement
Bezeichnung Wert Dimension
Charakteristische Druckfestigkeit fck DIN 4223
DIN EN 12602
4,4
4,5
MPa
Rohdichte maximal 550 kg/m³
Rechenwert für Eigenlasten einschließlich Bewehrung und Fugenverguss 6,7 kN/m³
Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit λ 0,14 W/(mK)
Diffusionswiderstandszahl ? 5/10
Elastizitätsmodul 2.000 MPa
Wärmedehnzahl ?T 8 10-6 K-1
Schwindmaß ef < 0,2 mm/m

Die Ytong Deckenelemente werden gezielt für die jeweiligen Bauvorhaben und deren Grundrisse geplant. Hierzu gehören die statischen Nachweise, Lösungen für Details und ein Verlegeplan für die Baustelle. Auf Basis dieser Planung werden die Ytong Deckenelemente im Werk produziert und termingerecht zur Baustelle geliefert. Die schnelle und einfache Verlegung 1 reduziert die anschließenden Bauzeiten erheblich. Zudem sind keine Schalungsarbeiten nötig.

Der Einsatz der Ytong Decke über dem unbeheizten Kellergeschoss 2 3 ist besonders wirtschaftlich, da der hohe eingebaute Wärmeschutz der Ytong Deckenelemente (Tabelle 3) eine hervorragende thermische Trennung zum Keller garantiert. So lässt sich ein Großteil der sonst üblichen Kellerdeckendämmung einsparen. Gleiches gilt für die oberste Geschossdecke zu unbeheizten Dachräumen (Tabelle 4). Eine weitere wichtige Eigenschaft ist die Nichtbrennbarkeit. Die Ytong Decke ist in F30- bis F180-Qualität nach DIN 4102 lieferbar.

Ytong Deckenelemente besitzen schon mit der Anlieferung die volle Tragfähigkeit und sind in verschiedenen Dicken und Längen mit unterschiedlichen Tragfähigkeiten erhältlich. Eine Zwischenunterstützung ist nicht notwendig. Die Ytong Decke ist sofort begehbar 4.

1

Montage

2

Kellerrohbau

3

Kellerdecke

4

Montage

Tabelle 3: U-Werte von Ytong Deckenaufbauten gegen unbeheizte Kellerräume
Dämmstoffdicke (WLF 035)

d [mm]

U-Wert
[W/(m²K)]
Fußbodenaufbau

039
Dämmung WLF 035
040
Estrich d = 60 mm
085
Ytong Deckenelement d = 200 mm
111
Trennlage
40 0,35
60 0,29
80 0,25
100 0,22
120 0,22
Tabelle 4: U-Werte von Ytong Deckenaufbauten gegen unbeheizte Dachräume
Dämmstoffdicke (WLF 035)

d [mm]

U-Wert
[W/(m²K)]
Deckenaufbau

039
Dämmung WLF 035
085
Ytong Deckenelement d = 200 mm
135
Fermacell Gipsfaserplatten d = 25 mm
100 0,22
120 0,19
140 0,18
160 0,16
180 0,15

Bemessungsgrundlagen

Die Bemessung der Ytong Deckenelemente erfolgt anhand der DIN EN 12602. Die statischen Nachweise (siehe Kapitel „Statik“) erstellen unsere technischen Büros nach entsprechenden Planungsvorgaben.
Tabelle 5 hilft, die erforderliche Deckenelementbemessung bzw. die vorhandene Tragfähigkeit abzuschätzen.
Für eine aussteifende Deckenscheibe (siehe Kapitel „Statik“) sind tragfähige Stahlbeton-Ringanker und eine Fugenbewehrung notwendig. Hierfür sind die Deckenelementränder mit entsprechenden Vergussprofilen ausgebildet.

Lastannahmen

Für Lastannahmen gilt DIN EN 1991. Neben den ständigen Lasten – wie beispielsweise Eigengewicht und Deckenaufbau – dürfen langfristig nur ruhende Lasten nach DIN
EN 1991-1 auf die Deckenelemente einwirken. Die Summe aller Nutzlasten gemäß DIN EN 1991-1 darf dabei 3,5 kN/m2 nicht überschreiten. Erhöhte Nutzlasten bis zu 5,0 kN/m2 sind bei Anordnung eines konstruktiv bewehrten, mindestens 50 mm dicken Aufbetons der Festigkeitsklasse C12/15 möglich.

Vordimensionierung

Für die Vordimensionierung der Ytong Deckenelemente mit einer Höhe von 200 mm sollten maximal 4,90 m Stützweite gewählt werden (Tabelle 5). Bei größeren Stützweiten ist die Plattendicke auf 240 oder 250 mm zu erhöhen.
Die genaue statische Bemessung nach DIN EN 12602 (siehe Kapitel „Statik“) übernehmen unsere technischen Büros und stimmen die dazugehörigen Dicken und Details ab.

Tabelle 5: Maximale lichte Weiten zur Vorbemessung 1) 2)
Ytong Deckenelemente PDE 4,4-0,55 (Nutzlastkategorie A nach DIN EN 1991-1, Tabelle 1)
Plattendicke H Charakteristische Lasten Maximale lichte Weite
Eigenlast Ständige Lasten Nutzlasten inkl.Trennwand
[mm] [kN/m²] [kN/m²] [kN/m²] [m]
200 1,34 1,50 2,30 4,90
240 1,61 1,50 2,30 5,15
250 1,68 1,50 2,30 5,15

1) Anhaltswerte zur Vorbemessung, die genaue Bemessung erfolgt objektbezogen nach DIN 4223 /DIN EN 12602
2) Angabe für Feuerwiderstandsklasse F30, eine alternative Ausführung in F90 reduziert die lichte Weite um ca.
0,20 m

Auflager

Die Auflagertiefen (Tabelle 6) sind von der Tragkonstruktion abhängig und werden nach DIN EN 12602 bestimmt. Wir berücksichtigen sie bei der technischen Konzeption und weisen sie in den Verlegeplänen aus.

Auskragende Deckenbereiche

Möglich ist auch die Herstellung von Auskragungen – zum Beispiel für Balkone – mit Ytong Deckenelementen, wobei die Bemessung eine zusätzliche untere und obere Bewehrung berücksichtigt. Ab Vorderkante Mauerwerk ist eine maximale Kragarmlänge bis 1,50 m möglich. Beidseitige Auskragungen mit einer freien Kragarmlänge von lk ≤ 2 · H (H = Plattenhöhe) bleiben bei der Bemessung unberücksichtigt.

Tabelle 6: Mindestauflagertiefen
Auflagerkonstruktion Mindestauflagertiefe F30 Mindestauflagertiefe F90
Mauerwerk a_{0} \geq \max \begin{cases}  70 mm \\  l_{eff} / 80  \end{cases} a_{0} \geq \max \begin{cases}  70 mm \\  l_{eff} / 80  \end{cases}
Stahlbeton, Stahl und Holz a_{0} \geq \max \begin{cases}  50 mm \\  l_{eff} / 80  \end{cases} a_{0} \geq \max \begin{cases}  50 mm \\  l_{eff} / 80  \end{cases}
U-Schalen
(bewehrt/unbewehrt)
mit Betonkern
a_{0} \geq \max \begin{cases}  50 mm \\  l_{eff} / 80  \end{cases}
Auf dem tragenden Betonkern
a_{0} \geq \max \begin{cases}  50 mm \\  l_{eff} / 80  \end{cases}
Auf dem tragenden Betonkern
Holz a_{0} \geq \max \begin{cases}  50 mm \\  l_{eff} / 80  \end{cases} a_{0} \geq 110 mm

Deckengleiche Unterzüge

Für größere Räume ohne tragende Zwischenwände und an freien Deckenrändern – z. B. Treppenhaus – lassen sich in Ytong Deckenelemente deckengleiche Unterzüge aus Stahl integrieren. Die statisch notwendigen Abmessungen werden bei der Bemessung ermittelt. Ytong Deckenelemente werden in dem Auflagerbereich so profilliert, dass eine gleichmäßige Untersicht der Decke entsteht 5.

Aussparungen

Das Fräsen, Sägen und Bohren eines einzelnen Lochs ist bis zu einem Durchmesser von 1/3 der Elementbreite rechtwinkelig zur Bauteilebene möglich. Der verbleibende Restquerschnitt ist statisch nachzuweisen. Und: An Ytong Deckenelementen dürfen keine Stemmarbeiten erfolgen.
Größere Öffnungen – beispielsweise für Treppenöffnungen oder Schornsteine 6 7 – werden mit Stahlwechseln aus Winkelstahl oder Wechselrahmen in H-Form realisiert 8 9.
Die statischen Nachweise für die Wechsel erstellen unsere technischen Büros nach Angaben des Kunden.

Weiterer Deckenaufbau

Der weitere Deckenaufbau erfolgt i. d. R. als schwimmender Estrich mit der geplanten Zusatzdämmung. Diese sorgt neben einem verbesserten Wärmeschutz auch für eine bessere Schalldämmung der Ytong Decke. Alternativ kann ein Verbundestrich eingebaut werden: Dieser wird nach den Anforderungen dimensioniert, kann jedoch einen eventuell notwendigen Aufbeton bei höheren Nutzlasten nicht ersetzen. Unterseitig können Ytong Deckenelemente vielfältig gestaltet werden. Die Entscheidung erfolgt nach den Anforderungen an die Optik (siehe Kapitel „Folgearbeiten Deckenuntersicht“).

5

Unterseitig sichtbarer Stahlträger, Ytong Deckenelemente
passgenau ausgefräst

6

Montage Stahlwechsel

7

Werkseitige Anpassung für Schornstein

8

Wechselrahmen H-Form

9

Deckenöffnung mit Wechselrahmen

Konstruktionsbeispiele Ytong Decke

Bereich Übergang Kellergeschoss zum Erdgeschoss

Darstellung Ausführungsart Download
KG: Monolithisches Mauerwerk
EG: Monolithisches Mauerwerk
01-005a
Porenbetonkellerdecke 10-001a

Bereich Fenster im Kellergeschoss mit Lichtschacht

Darstellung Ausführungsart Download
KG: Monolithisches Mauerwerk
EG: Monolithisches Mauerwerk
01-012

Baubuch 2018/2019 – 5. Auflage

Downloads

Baubuch Kapitel 4 - Dach-und Deckensyteme

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