Ziele

Diskussionen und Richtlinien auf europäischer Ebene führten dazu, dass die Energieeinsparverordnung in Deutschland angepasst werden musste. Mit der aktuellen EnEV 2014 ist dies mustergültig geschehen. Gegenüber der vorherigen EnEV 2009 verfolgt die aktuelle EnEV 2014 im Wohnbau im Wesentlichen vier Ziele:

  1. Transparente Dokumentation der energetischen Qualität eines Gebäudes mit dem Energieausweis n Der Endenergiebedarf stellt die gesamte Energiemenge dar, um sowohl die Heizleistung als auch die Trinkwassererwärmung des Gebäudes sicherzustellen.
    • Der Primärenergiebedarf berücksichtigt zusätzlich die Gewinnung und Bereitstellung der benötigten Energie.
    • Der Transmissionswärmeverlust kennzeichnet die Qualität der Gebäudehülle und daraus resultierende Wärmeverluste
      über trennende Bauteile mit beidseitig unterschiedlichen Temperaturen.
    • Energieeffizienzklassen zum orientierenden Vergleich einzelner Gebäude
    • Es erfolgt eine Dokumentation über die Nutzung erneuerbarer Energien für die Deckung des Wärme- und Kältebedarfs –
      zur Einsparung fossiler Ressourcen. n Es existieren Verordnungspunkte zur Aushändigung, zum Aushang und zu Inhalten der Energieausweise. Damit kann der Nutzer direkt erkennen, welche energetische Qualität vorhanden ist und mit welchen Aufwendungen er rechnen muss.
  2. Verschärfung des Anforderungsniveaus ab dem 1.1.2016
    • Der Jahresprimärenergiebedarf wurde um 25 % gegenüber dem heutigen Referenzgebäude abgesenkt.
    • Der Transmissionswärmeverlust für Wohnbauten wird auf den Wert des vergleichbaren Referenzgebäudes begrenzt.
  3. Anpassung der Nachweise an das aktuelle Normenwerk
    • Die aktuelle EnEV 2014 berücksichtigt, dass sich die wesentlichen Nachweisnormen im Bereich der energetischen Bewertung von Gebäuden seit 2009 angepasst haben.
    • Zur Einführung der EnEV 2014 am 1. Mai 2014 wurde der Primärenergiefaktor für Strom von 2,6 auf 2,4 reduziert. Ab dem 01.01.2016 erfolgte eine Absenkung auf 1,8.
    • Der sommerliche Wärmeschutz ist mit verschiedenen Nachweisverfahren der neuen DIN 4108-2 aus dem Jahr 2013 zu berechnen.
  4. Steigerung der Kontrollmöglichkeiten
    • Die EnEV 2014 führt erstmals einen wirksamen Kontrollmechanismus ein, der Stichproben der energetischen Qualität ermöglicht und damit zur Steigerung der Ausführungsqualität beitragen soll.
    • Sukzessive angepasste Eskalationsstufen überprüfen die Angaben aus der Berechnung mit dem tatsächlich errichteten Gebäude. Dies kann von der Kontrolle der Eingabedaten bis hin zur Ortsbesichtigung des Objekts reichen.
    • Möglich wird dies durch die Erfassung der Energieausweise anhand der neuen Registrierungsnummern und der Verpflichtung des Planers, alle Berechnungsunterlagen für zwei Kalenderjahre aufzubewahren.

Baubuch 2018/2019 – 5. Auflage

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Baubuch Kapitel 5 - Bautechnologie

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