Nachweis Wohngebäude

Mit dem Referenzgebäudeverfahren lassen sich alle Arten von Wohn- und Nichtwohngebäuden energetisch berechnen. Für Wohngebäude bietet sich das Verfahren nach DIN V 4108-6 in Verbindung mit DIN V 4701-10 an, da hier der Aufwand geringer ist als mit den Datengrundlagen aus DIN V 18599.

Die energetische Qualität der Gebäudehülle ergibt sich über den Transmissionswärmeverlust. Dieser Wert bilanziert die Bauteile der Gebäudehülle so, dass die Dämmwirkung im Mittel über alle Außenbauteile (z.B. Wände, Dach, Fenster etc.) erkennbar wird. Das Referenzgebäude macht hier entsprechende Vorschläge für die Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) der einzelnen Bauteile. Diese können sowohl unter- als auch überschritten werden. Damit kann der Planer entsprechende wirtschaftliche Lösungen für die Gebäudehülle schaffen. Zusätzlich wird in der EnEV die Berücksichtigung der Wärmebrücken weiter fortgeschrieben und dem Planer die Aufgabe zugewiesen, diese auf wirtschaftliche Weise zu vermeiden.

Abb. 1: Referenzstandard Wohngebäude – Referenzgebäudeverfahren

Der Energieverbrauch eines Gebäudes wird weiterhin durch die Kombination aus der Bauteilqualität der wärmeübertragenden Gebäudehülle und der eingesetzten Anlagentechnik für Heizung, Trinkwassererwärmung und Lüftung bestimmt. Das Referenzgebäudeverfahren ermöglicht auch in der Anlagentechnik eine hohe Kombinationsvielfalt und wird einem Referenzstandard gegenübergestellt. Im Rahmen des Nachweises kann dann die Anlagentechnik zusätzlich durch Herstellerkenndaten und exakte Leitungslängen optimiert werden. Damit lassen sich gegenüber den Normwerten deutliche Einsparungen im rechnerischen Jahresprimärenergiebedarf erzielen.

Mit dem Wechselspiel zwischen den einzelnen Komponenten beschreibt die aktuelle EnEV keine starren Grenzwerte, sondern er.möglicht vielmehr ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Gebäudehülle und der Anlagentechnik, um die energetischen Anforderungen einzuhalten. Im Referenzgebäude werden Vorgaben zu Bauteil- und Anlagenkennwerten zur Ermittlung des maximal zulässigen Jahresprimärenergiebedarfs gemacht. Aus diesen Kennwerten und der Geometrie des tatsächlichen Gebäudes ergibt sich der energetische Standard. Dabei zählt die Summe aller Werte – nicht die Einzelwerte.

Abb. 2: Referenzstandard Anlagentechnik – Referenzgebäudeverfahren

Der Anforderungswert aus dem Referenzgebäude zeigt im Energieausweis den maximal zulässigen Jahresprimärenergiebedarf sowie den Transmissionswärmeverlust, den das geplante Gebäude einzuhalten bzw. zu unterschreiten hat. Dabei sind beliebige Abweichungen bei den einzelnen Bauteilen und der Anlagentechnik möglich, solange sie die vorgegebenen Grenzwerte nicht überschreiten. Je deutlicher die Anforderungswerte unterschritten werden, desto geringer sind der Energieeinsatz und damit auch die Betriebskosten des Gebäudes.

Abb. 3: Berechnungsablauf der EnEV 2014 – Referenzgebäudeverfahren nach DIN V 4108-6 in Verbindung mit DIN V 4701-10

Baubuch 2018/2019 – 5. Auflage

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Baubuch Kapitel 5 - Bautechnologie

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