Nachweis Nichtwohngebäude

Nichtwohngebäude werden mit dem Referenzgebäudeverfahren nach DIN V 18599 nachgewiesen. Um Nichtwohngebäude zu berechnen, werden sie in Zonen unterteilt, die sich an der Innenraumtemperatur und an den Nutzungsunterschieden ausrichten. Zonen mit Innenraumtemperaturen größer oder gleich 19°C unterliegen schärferen Anforderungen an die U-Werte der einzelnen Bauteile als solche mit Innenraumtemperaturen zwischen 12 und < 19 °C. Durch die unterschiedlichen Temperaturen in den einzelnen Zonen ergeben sich zonenweise Primärenergiebedarfe, die in der Summe den Gesamtenergiebedarf des Nichtwohngebäu.des darstellen.

Das aktuelle Normenkonzept der DIN V 18599 berücksichtigt sowohl Energieströme für die Klimatisierung und das Warmwasser als auch den Energiebedarf für die Beleuchtung – im Einzelnen im Energieausweis dargestellt. Bei gewerblichen Verkaufs- und Vermietungsanzeigen sind die energetischen Kennwerte des Gebäudes anzugeben. Anders als bei Wohngebäuden ist eine Angabe des Endenergiebedarfs für Wärme und Strom erforderlich.

Auch der sommerliche Wärmeschutz nach DIN 4108-2 ist ein notwendiger Bestandteil der energetischen Gebäudeplanung. Sowohl die Bestimmungen zur Belichtung von Arbeitsflächen als auch die moderne Architektur erfordern hier in vielen Fällen den Gebäudenachweis mit einer dynamisch-thermischen Simulationsrechnung. Dabei gilt: In Nichtwohngebäuden ist die Zahl der Übergradtemperaturstunden mit 500 h/a deutlich geringer als in Wohngebäuden. Für ein behagliches Raumklima in Büroräumen und an Arbeitsplätzen sind daher häufig zusätzliche Sonnenschutzmaßnahmen erforderlich. Diese sind einfacher und wirtschaftlicher zu errichten als aktive Kühlsysteme und Klimaanlagen. Denn die Kühlung eines Gebäudes verbraucht in der Regel mehr Energie als seine Beheizung, was sich wiederum auf die Betriebskosten auswirkt.

Die EnEV 2014 sieht auch bei den Nichtwohngebäuden eine Verschärfung der Anforderungen seit dem 1. Januar 2016 vor. Hier gilt es, analog zu den Nutzungsarten den jeweiligen Energiebedarf aus wirtschaftlicher Sicht entsprechend abzusenken. Tat.sächlich werden die Anforderungen an den Energiebedarf bei Bürogebäuden im gleichen Maße wie bei Wohngebäuden verschärft, während beispielsweise die Gebäudehülle bei Hallenbauten entsprechend der vorgesehenen Nutzung angepasst wird.

Baubuch 2018/2019 – 5. Auflage

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Baubuch Kapitel 5 - Bautechnologie

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