Modernisierung

In Deutschland finden sich überdurchschnittlich viele Wohneinheiten, die aufgrund ihres Entstehungsdatums sowohl einen schlechten bis mangelhaften Wärmeschutz als auch eine veraltete Anlagentechnik aufweisen. Die Folge: erhöhte Energieaufwendungen im Winter und bisweilen unerträgliche Wohnzustände in heißen Sommermonaten, die nur durch energieintensive Kühlmaßnahmen zu verbessern sind.

In der EnEV 2014 sind sowohl die Anforderungen bei Änderungen und Erweiterungen von Gebäuden als auch die Pflichten zu ihrer Nachrüstung festgelegt. Jede Art der energetischen Sanierung eines Gebäudes – ob bei der wärmeübertragenden Umfassungsfläche oder bei der Gebäudetechnik – senkt die Heizkosten, optimiert den Klimaschutz und erhöht den Zeitwert. Jede Modernisierung trägt außerdem zu mehr Wohnbehaglichkeit bei und macht Bestandsgebäude wieder attraktiv – sowohl für Eigentümer als auch für potenzielle Mieter.

Planer erhalten mit der EnEV 2014 mehr Sicherheit bei der Planung energetischer Maßnahmen im Bereich der Gebäudesanierung, da die Novellierung endlich zahlreiche Details klärt, die seit 2009 immer wieder unterschiedlich ausgelegt wurden. Daher muss sich der Planer nun innerhalb der Modernisierung intensiv mit der EnEV 2014 auseinandersetzen, da die Kombination aus Einzelmaß.nahmen und Gesamtmaßnahmen im Energieausweis beschrieben und unter wirtschaftlichen Aspekten bewertet werden muss. Dabei kann zwischen Nachrüstpflichten und wirtschaftlich vertretbaren Sanierungsmaßnahmen unterschieden werden.

Planer können im Rahmen der Modernisierung zwischen dem recht einfachen Bauteilverfahren oder dem aufwendigeren detaillierten Nachweisverfahren wählen. Handelt es sich bei der Modernisierung auch um eine Erweiterung mit über 50 m. hinzukommender Nutzfläche, ist hier zu prüfen, ob ein neuer Wärmeerzeuger eingebaut wird. Denn nur dann gelten dafür die Neubauanforderungen. Ansonsten kann der Nachweis auch nach dem Bauteil- oder Referenzgebäudeverfahren für die Modernisierung geführt werden.

Die bauteilbezogene Betrachtung stellt Anforderungen an die einzelnen Bauteile nach Tabellenwerten aus Anlage 3, Tabelle 1, zur EnEV. Die darin enthaltenen Werte gelten stets in Kombination mit weiteren Bestimmungen aus Anlage 3 der EnEV 2014.

Tabelle 1: Bauteilanforderungen Modernisierung
Tabelle 1: Bauteilanforderungen Modernisierung
Abb. 4: Berechnungsablauf Bauteilverfahren Modernisierung
Abb. 4: Berechnungsablauf Bauteilverfahren Modernisierung

Die zweite Berechnungsvariante im Modernisierungsbereich geht wesentlich tiefer, da sie das gesamte Gebäude nach den Regeln der aktuellen EnEV für Wohngebäude neu berechnet. Wohngebäude dürfen im Ergebnis die Grenzwerte des Jahresprimärenergiebedarfs und des Transmissionswärmeverlustes nach dem Referenzgebäudeverfahren um maximal 40% überschreiten. Damit ist offensichtlich, dass sich dieses Bemessungsverfahren eher für eine vollständige Sanierung als für eine Bauteilmodernisierung eignet.

Baubuch 2018/2019 – 5. Auflage

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