Ausblick

Mit der EnEV 2014 sind die Weichen in Richtung Zukunft gestellt. In Deutschland werden so die europäischen Rahmenbedingungen aus der Richtlinie 2010/31/EU und den begleitenden Verordnungen vorbildlich umgesetzt. Zugleich wird darauf hingearbeitet, Neubauten als nahezu Nullenergiehäuser bzw. Niedrigstenergiehäuser ab 2019 im öffentlichen Bereich und ab 2021 im privaten Sektor zum Standard zu machen.

Mit der Senkung des Primärenergiebedarfs um 25% sind für Wohngebäude und Nichtwohngebäude ab dem 1.1.2016 in der EnEV 2014 klare Vorgaben für Baubeteiligte gegeben worden. So hat sich mit der aktuell gültigen Fassung der Energieeinsparverordnung der ehemalige Effizienzhaus70-Standard der Kreditanstalt für Wiederaufbau als neuer Standard etabliert. Aber die begleitenden Entscheidungen zur jetzigen Novelle der EnEV 2014 gehen noch weiter:

§ 1 „Zweck und Anwendungsbereich“ der Energieeinsparverordnung nennt einen klaren Entwicklungsauftrag für zukünftige Energieeinsparverordnungen. So wird ergänzend zum nationalen Ziel der Niedrigstenergiehäuser auch weiterhin am klimaneutralen Gebäudebestand bis zum Jahr 2050 festgehalten. In der Konsequenz kommt es damit zukünftig auch im Bereich Modernisierungen zu weiteren Anstrengungen und Verschärfungen. Hier ist dann für Hauseigentümer auch zu überlegen, ob eine Neubaumaßnahme unter Wirtschaftlichkeitsaspekten nicht einfacher als eine Modernisierung zu realisieren ist. Begleitende Modernisierungsprogramme zur Förderung von Maßnahmen im Gebäudebestand federn die Kostenbelastung für Gebäudeeigentümer zwar leicht ab, doch steht nun auch für jedes Objekt eine Wirtschaftlichkeitsanalyse im Fokus der Modernisierungsempfehlungen.

Zur Vereinfachung der energiesparrechtlichen Vorschriften sollen die bisher eigenständigen Gesetze und Verordnungen in einem Regelwerk zusammenfließen. So entsteht aus dem bisherigen Energieeinsparungsgesetz (EnEG), dem Gesetz zur Nutzung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich (EEWärmeG) und der Energieeinsparverordnung (EnEV) ein Gesetzeswerk, das die energetische und ökonomische Optimierung von Gebäuden erleichtert.

Um dementsprechend das Energieeinsparrecht für Gebäude zu vereinheitlichen und die Umsetzung der Novellierung der EU-Gebäuderichtlinie von Juni 2018 Rechnung zu tragen, wurde das GebäudeEnergieGesetz (GEG) entwickelt. Die neue EU-Gebäuderichtlinie 2018 fordert, dass öffentliche Gebäude ab 2019 und alle restlichen Neubauten ab 2021 einem „Nahe-Nullenergie“ bzw. Niedrigstenergiestandard entsprechen. Der erste Referentenentwurf des GEG blieb 2017 vor der Eingabe ins Bundeskabinett auf dem parlamentarischen Wege stecken.

Derzeit bereiten die Bundesministerien einen neuen Referentenentwurf unter Berücksichtigung der novellierten EU-Richtlinie vor. Der Referentenentwurf lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

Baubuch 2018/2019 – 5. Auflage

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