Ytong Systemwandelemente

 Themen aus dem Kapitel:

 

Grundlagen

Ytong Systemwandelemente sind nach DIN EN 12602 Bauteile mit statisch nicht anrechenbarer Bewehrung. Die Nachweise orientieren sich am Sicherheitskonzept mit Teilsicherheitsbeiwerten. Aufgrund der „Nähe” der Bauart zum Mauerwerksbau entspricht das Nachweisverfahren der DIN 4223-­101 dem vereinfachten Verfahren nach DIN EN 1996. Die Nachweise sind in der DIN 4223-­101 enthalten.

Porenbeton-Materialkenngrößen nach DIN EN 12602 für bewehrte Bauteile

Unbewehrte Bauteile werden in nachfolgende Festigkeitsklassen eingeteilt. Dabei sind unterschiedliche Rohdichteklassen und Rechenwerte der Eigenlast innerhalb dieser Druckfestigkeitsklassen möglich (Tabelle 1 und Tabelle 2).

Für alle Bauteile aus Ytong Porenbeton, die nach DIN EN 12602 gerechnet werden, gelten einheitliche Baustoffkenngrößen für Kriechverformungen, Schwindverformungen und Dehnungsverformungen (Tabelle 3).

 

Bemessung Ytong SWE
Bemessung Ytong Systemwandelementen

Statischer Nachweis bei Ytong Systemwandelementen

  • Die Ytong Systemwandelemente sind nach DIN 4223-­101 nachzuweisen.
  • Die Bauteile dürfen liegend oder stehend angeordnet werden. Die Längsseiten werden eben ausgebildet und vollflächig mit Dünnbettmörtel miteinander verbunden.
  • Die Wände sind für den Grenzzustand der Tragfähigkeit zu bemessen.
  • Auf einen Nachweis der Gebrauchstauglichkeit darf verzichtet werden.
  • Ähnlich dem vereinfachten Mauerwerksnachweis sind Bedingungen nach DIN 4223-­101, Kap. 4.3.2 einzuhalten.
  • So ist beispielsweise auch für den Nachweis der Ytong Systemwandelemente die Gebäudehöhe auf 20,00 m über Gelände begrenzt.
  • Bei Wänden aus stehend angeordneten Wandbauteilen darf nur eine zweiseitige Halterung am Wandfuß und am Wandkopf angesetzt werden. Die Schlankheit der Wände hef/t darf nicht größer als 25 sein.
  • Zudem sind die Wände am Wandfuß und am Wandkopf durch Decken­ oder Dachscheiben bzw. biegesteifen Ringbalken auszusteifen.
  • Die räumliche Steifigkeit ist gemäß der DIN 4223-­101 bzw. 102 nachzuweisen.

Dabei ist weiterhin zu beachten, dass die Ytong Systemwandelemente in Erdbebengebieten (DIN 4149:2005) der Zone 2 und 3 nur mit maximal zwei Vollgeschossen angewendet können. Der vereinfachte Nachweis nach DIN 4149 ist dann nicht möglich, es ist stets ein rechnerischer Nachweis zu führen.

Konstruktive Festlegungen

Bei der Bemessung von Ytong Systemwandelementen sind die Mindestwanddicken und die Gebäudeaussteifung gesondert zu betrachten. Wenn nicht aus Gründen der Standsicherheit sowie des Wärme­-, Schall-­ und Brandschutzes dickere Wände erforderlich sind, wird die Mindestwanddicke zum einen in Abhängigkeit der lichten Geschosshöhe (Höhe zwischen Oberkante Rohfußboden und Unterkante Decke) festgelegt (Tabelle 4). Zum anderen wird die Mindestwanddicke auch durch die Abstände der aussteifenden Wände mitbestimmt.

 

Tabelle 4: Wanddicken und Geschosshöhen
Tabelle 4: Wanddicken und Geschosshöhen

Deckenausbildung und Gebäudeaussteifung

In Gebäuden oder Geschossen aus Ytong Systemwandelementen sind als Deckenkonstruktionen nur Massivdecken oder Ytong Decken zulässig. Die Scheibenwirkung der Decke muss gewährleistet sein. Im Bereich von Deckenöffnungen, z. B. Treppenöffnungen, sind Ringbalken anzuordnen.

Die Gebäudeaussteifung erfolgt in jedem Geschoss über statisch zusammenwirkende Wand­ und Deckenscheiben. Ytong Systemwandelemente werden mittels Ytong fix P Dünnbettmörtel zu aussteifenden Wandscheiben zusammengefügt. Es dürfen nur Wandscheiben einer Scheibenebene in Rechnung gestellt werden. Zusammengesetzte Querschnitte sind nicht erlaubt.

Auf einen rechnerischen Nachweis der räumlichen Steifigkeit darf bei Gebäuden mit bis zu drei Vollgeschossen und lichten Geschosshöhen ≤ 3,0 m verzichtet werden, wenn in Längs­- und Querrichtung eines Gebäudes eine offensichtlich ausreichende Anzahl an raumgroßen Wandscheiben vorhanden ist. Die Wandscheiben dürfen durch Öffnungen nicht wesentlich geschwächt sein und müssen ohne Vorsprünge bis auf die Fundamente geführt werden. Ein geplanter Überstand der Ytong Systemwandelemente am Wandfuß darf nicht mehr als 1/4 der Wanddicke betragen. Er ist bei der Bemessung zu berücksichtigen.

Baubuch 2018/2019 – 5. Auflage

Downloads

Baubuch Kapitel 5 - Bautechnologie

Bautechnologie Kompakt

Kontaktieren Sie uns

Weitere Informationen gibt:

Unsere technische Bauberatung

Unsere Bauberater sind Baustoffexperten sowie zertifizierte Energiefachberater und unterstützen Sie bei Ihrer täglichen Arbeit.

Telefon: 0800 5235665 (Freecall)

 

Hier finden Sie den Bauberater Ihrer Region