Dach-und Deckenscheiben

Der Einsatz von Ytong Dach­ und Deckenscheiben zur Gebäudeaussteifung ist grundsätzlich möglich, muss aber vor der Produktion der benötigten Elemente mit der DIN 4223­102 abgestimmt werden. Diese sagt aus, wie Dach­ und Deckenscheiben auszubilden und zu bemessen sind.

Man unterscheidet zwischen zwei Scheibentypen:

  • Scheibentyp I: Anordnung der Platten parallel zur Scheibenspannrichtung
  • Scheibentyp II: Anordnung der Platten rechtwinkelig zur Scheibenspannrichtung

Für den statischen Nachweis der Dachscheiben im Industriebau existiert Fachliteratur, die – inklusive konkreter Bemessungsbeispiele – auf die statische Wirksamkeit und konstruktive Ausbildung von Dachscheiben eingeht. Den statischen Nachweis der Dachscheibe erstellen vorrangig unsere technischen Büros. Für Ytong Dach­ und Deckenscheiben im Wohnbau eignet sich auch das vereinfachte Bemessungsverfahren. Der Plattenlängsrand ist für die Ausbildung einer Fugenbewehrung (Abb. 1) profiliert und schafft eine ausreichende Bewehrungsverankerung und Betonüberdeckung.

Das vereinfachte Nachweisverfahren der Scheibenausbildung setzt Folgendes voraus:

  • Scheibenhöhe (Plattenlänge) HS ≤ 6,0 m
  • Scheibenstützweite LS ≤ 2 · HS ≤ 8,0 m
  • Plattendicke h ≥ 200 mm
  • Fugenbewehrung mindestens 1 Ø 8 mm Bewehrungsstahl BSt 500 S je Plattenfuge
  • Umschließender Stahlbetonringanker b ≥ 100 mm in Deckenebene auf allen tragenden bzw. aussteifenden Wänden;
    Bewehrung nach statischer Berechnung mindestens 2 Ø 10 Bewehrungsstahl BSt 500 S
  • Verguss von Fugen und Ringanker mit Normalmörtel MG III bzw. M10 nach EN 999-­2 oder feinkörnigem Beton C12/15 nach DIN EN 1992
  • Summe aller Nutzlasten qk ≤ 4,0 kN/m²

Deckenscheiben mit Aufbeton

Beträgt die Summe aller charakteristischen Einwirkungen (inklusive Leichtwandzuschlag) von Deckenplatten 4,0 kN/m² < qk ≤ 5,00 kN/m², ist ein konstruktiv bewehrter Aufbeton erforderlich, den es für die auf die Bauteilebene wirkenden Schubkräfte nach DIN EN 1992 zu bemessen gilt. Um die Plattenfugen zu verfüllen (Größtkorn Ø 8 mm) und den Aufbeton zu erstellen, ist nur ein Arbeitsgang notwendig.

 

Massivdach als Dachscheibe

Für den Nachweis der Schubkraftübertragung in der Fuge bei Ytong Massivdächern gelten folgende Bedingungen, sofern die Längsränder mit Nut und Feder ausgebildet sind:

  • Die Dachneigung beträgt mindestens 25°.
  • Die Dachplatten sind parallel zur Traufe verlegt (liegende Verlegung).
  • Die Stützweite der Dachplatten beträgt maximal 6,0 m.
  • Der umlaufende Ringanker ist kraftschlüssig mit den Dachplatten verbunden.
  • Maximale Höhe 7,0 m von der Geländeoberkante bis zur Fußbodenoberkante des obersten Geschosses, in dem ein Aufenthaltsraum möglich ist.

Die Nut-­Feder-­Flächenvermörtelung erfolgt mit Ytong fix P Dünnbettmörtel (Abb. 2). Für den Nachweis der aufnehmbaren Schubkraft dürfen nur die ebenen Verbindungsflächen außerhalb von Nut und Feder in Rechnung gestellt werden.

 

Abb 1: Profilierte Fugenausbildung von Ytong Dach- und Deckenelementen

Abb 1: Profilierte Fugenausbildung von Ytong Dach- und Deckenelementen

Abb. 2: Vermörtelte Plattenfuge mit Ytong fix P Dünnbettmörtel

Abb. 2: Vermörtelte Plattenfuge mit Ytong fix P Dünnbettmörtel

Baubuch 2018/2019 – 5. Auflage

Downloads

Baubuch Kapitel 5 - Bautechnologie

Baubuch Kapitel 4 - Dach-und Deckenelemente

Bautechnologie Kompakt

Kontaktieren Sie uns

Weitere Informationen gibt:

Unsere technische Bauberatung

Unsere Bauberater sind Baustoffexperten sowie zertifizierte Energiefachberater und unterstützen Sie bei Ihrer täglichen Arbeit.

Telefon: 0800 5235665 (Freecall)

 

Hier finden Sie den Bauberater Ihrer Region