Ausfachungswände

Nachstehend finden Sie Informationen zu folgenden Themen:

Bemessung von Ausfachungswänden

Ausfachungswände für Fachwerk­, Skelett­ und Schottenbausysteme brauchen statisch in vielen Fällen nicht nachgewiesen zu werden. Sie müssen die auf ihre Fläche wirkenden Lasten (z. B. Wind) auf die angrenzenden tragenden Bauteile wie Wand­ und Deckenscheiben, Stahl­ oder Stahlbetonstützen und Unterzüge abtragen. Auch vorwiegend windbelastete nichttragende Ausfachungswände erfordern keinen gesonderten Nachweis, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Die Wände sind vierseitig gehalten (z. B. durch Verzahnung, Versatz oder Anker).
  • Das planmäßige Überbindemaß beträgt l_{ol} ≥ 0,4 ⋅ h_u
  • Die Größe der Ausfachungsflächen h_i ⋅ l_i ist nach Tabelle 1 eingehalten, wobei hi die Höhe und l_i die Länge der Ausfachungsfläche angibt.
Tabelle 1: Zulässige Ausfachungsflächen nach DIN EN 1996-3/NA, Tabelle NA.C.1
Tabelle 1: Zulässige Ausfachungsflächen nach DIN EN 1996-3/NA, Tabelle NA.C.1
Bemessungsbeispiel Ausfachungswände

Anschlüsse an angrenzende Bauteile

Die Ausfachungsflächen erhalten ihre Standsicherheit erst durch Anschlüsse an die Tragkonstruktion. Neben den äußeren Lasteinwirkungen müssen Ausfachungswände auch Einflüsse aus Formänderungen der angrenzenden Konstruktion aufnehmen. In Abhängigkeit von den Anforderungen können die Anschlüsse starr oder gleitend ausgeführt werden (bildliche Darstellung siehe auch „Bemessung von nichttragenden inneren Trennwänden aus Mauerwerk“, Abb. 3 – 7)

Starre Anschlüsse

Der starre Anschluss z. B. durch Stahleinlagen, Vermörtelungen, Verzahnungen usw. sollte angewendet werden, wenn keine großen Zwängungen und Formänderungen aus der Wand oder der angrenzenden Tragkonstruktion zu erwarten sind. Der starre Anschluss bleibt weitgehend auf kleine Ausfachungsflächen beschränkt.

Gleitende Anschlüsse

Gleitende Anschlüsse, seitlich oder oben, werden z. B. durch Nuten oder Stahlprofile hergestellt, die mit Mineralfaserstreifen hinterfüllt und eventuell an den Reibungsflächen mit Gleitschichten ausgestattet sind. Beim Anschluss an Stahlbetonstützen kann das Mauerwerk mit Hilfe von Maueranschlussankern verankert werden. Der Maueranschlussanker, als preiswertes und tragfähiges Bauteil, übernimmt einerseits die notwendige Querkraftübertragung (2,5 kN je Anker) und lässt andererseits Gebäudebewegungen sowie Zwängungen aus Temperaturbelastungen und Schwindspannungen zu. Maueranschlussanker werden vollflächig in Dünnbettmörtel eingebettet. Beim Anschluss an Stahlstützen sollten die lichten Maße der Stützenprofile passend zu den Steinbreiten gewählt werden. Mineralfasereinlagen zwischen der Vermörtelung und dem Steg des Stahlprofils ermöglichen eine freie Beweglichkeit der Ausfachungsfläche.

Baubuch 2018/2019 – 5. Auflage

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