Bewertetes Schalldämm-Maß Rw

Die Schalldämmung einschaliger homogener Bauteile hängt im Wesentlichen von der flächenbezogenen Masse ab: Je höher sie ist, desto höher ist auch das bewertete Schalldämm-Maß.

Um die flächenbezogene Masse m’ [kg/m2] zu ermitteln, multipliziert man die Materialrohdichte mit der Bauteildicke. Die für die Berechnung der flächenbezogenen Masse anzusetzende rechnerische Rohdichte ρw des Mauerwerks wird abhängig von der Rohdichte der Mauerwerkssteine und der Art des Mauermörtels ermittelt.

Mauerwerk mit Normalmörtel
ρw = 900 ⋅ RDK + 100 (2,2 ≥ RDK ≥ 0,35)

Mauerwerk mit Leichtmörtel
ρw = 900 ⋅ RDK + 50 (1,0 ≥ RDK ≥ 0,35)

Mauerwerk mit Dünnbettmörtel
ρw = 1.000 ⋅ RDK – 100 (RDK > 1,0)
ρw = 1.000 ⋅ RDK – 50 (Klassenbreite der RDK 100 kg/m3 und RDK ≤ 1,0)
ρw = 1.000 ⋅ RDK – 25 (Klassenbreite der RDK 50 kg/m3 und RDK ≤ 1,0)

Zur Ermittlung der flächenbezogenen Masse eines einschaligen Bauteils dürfen noch weitere vollflächige und fest mit dem Massivbauteil verbundene Materialschichten (z.B. Putze) hinzugerechnet werden.

Tabelle 1: Rechenwerte der Rohdichte der vorhandenen Putzschichten nach DIN 4109
Berechnungsbeispiel zur Ermittlung der flächenbezogenen Masse m‘ges

Im Zuge der Erarbeitung der neuen DIN 4109 gaben verschiedene Hersteller massiver Wandbaustoffe Studien in Auftrag, um die erforderlichen schalltechnischen Parameter unter den neuen relevanten Gesichtspunkten der EN 12354 zu ermitteln.

Dabei war der Einfluss ausgebildeter Stoßstellen – also die Verbindung von zwei aneinandergrenzenden Bauteilkomponenten – genauso wichtig wie die Direktschalldämmung.

Aber auch die Anbindung des trennenden Bauteils an seine umgebenden Bauteile beeinflusst die Schalldämmung deutlich, sodass bei allen Baustoffen teils erhebliche Unterschiede zwischen Prüfstandmessungen und in situ Prüfungen sichtbar wurden.

Die Norm berücksichtigte dies, indem sie die Massenformeln entsprechend anpasste, womit auch eine „Normierung“ auf gleiche Einbaubedingungen erfolgte.

Bereits in der DIN 4109 (Ausgabe 1989) „Schallschutz im Hochbau“ berücksichtigt das Bemessungsverfahren zur rechnerischen Schalldämmbestimmung nach Beiblatt 1 zur DIN 4109 (Ausgabe 1989) mit dem sogenannten „Porenbetonbonus“ von 2 dB die bessere Schalldämmung von Porenbetonbauteilen im Vergleich zu schweren Konstruktionen aus anderen Baustoffen.

So sind die Werte im bewerteten Schalldämm-Maß um 2 bis 4 dB höher als bei gleich schweren anderen Materialien, was den in Abbildung 1 dargestellten Zusammenhang zwischen der flächenbezogenen Masse und dem bewerteten Schalldämm-Maß zulässt (Abbildung 1).

Abb. 1: Bewertetes Schalldämm-Maß Rw nach DIN 4109

Aus zahlreichen Messungen im Labor und in Gebäuden wurden die folgenden Gleichungen für Ytong Porenbeton und Silka Kalksandstein ermittelt:

  • Ytong Porenbeton
    • 50 kg/m2 ≤ m‘ges < 150 kg/m2: Rw = 32,6 · log(m’ges) – 22,5
    • 150 kg/m2 ≤ m’ges ≤ 300 kg/m2: Rw = 26,1 · log(m’ges) – 8,4
  • Silka Kalksandstein
    • 65 kg/m2 ≤ m’ges ≤ 720 kg/m2: Rw = 30,9 · log(m’ges) – 22,2

Unter Berücksichtigung der zusätzlichen flächenbezogenen Massen von Putzschichten ergibt sich damit das bewertete Schalldämm-Maß Rw einschaliger Wandkonstruktionen (ohne Berücksichtigung der flankierenden Bauteile).

Berechnungsbeispiel nach DIN 4109:2018
Tabelle 2: Bewertetes Schalldämm-Maß Rw (ohne flankierende Bauteile) von Ytong Porenbeton nach DIN 4109-32:2016


1) Zuschlag für Innen- und Außenputz von 20 kg/m2 berücksichtigt

Tabelle 3: Bewertetes Schalldämm-Maß Rw von Silka Kalksandstein (Plansteine bzw. Planelemente) nach DIN 4109-32:2016 (ohne flankierende Bauteile)


1) Zuschlag für beidseitigen Innenputz von 20 kg/m2 berücksichtigt

Baubuch 2018/2019 – 5. Auflage

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