Nachweisführung

Ebenso wichtig wie der Schutz vor Geräuschen aus der Nachbarschaft ist auch der Schutz gegen Außenlärm, der z. B. durch Straßenverkehr oder durch Gewerbebetriebe erzeugt wird. Zur Beurteilung des Schutzes gegen Fluglärm gelten darüber hinaus gesonderte Verordnungen und Festlegungen.

Auch im Gewerbebau sind hohe Schalldämm-Maße der Außenbauteile sinnvoll, da Geräte oder Maschinen in Gebäuden hohe Geräuschpegel verursachen können. Schallemissionen des Betriebs lassen sich jedoch über die Objekthülle reduzieren, damit sich die Nachbarschaft weniger gestört fühlt – und das bei identischen Grundprinzipien wie im Gebäudeinneren:

Je höher die flächenbezogene Masse des einschaligen Außenbauteils, desto höher ist die Schalldämmung. Eine zweischalige Konstruktion (z.B. Verblendmauerwerk) erhöht die Schalldämmung zusätzlich.

Im Rahmen der Berechnung des gesamten bewerteten Bau-Schalldämm-Maßes R‘w,ges des betrachteten Außenbauteils wird der errechnete Wert um einen Sicherheitsbeiwert von uprog = 2 dB reduziert. Alternativ zu diesem pauschalen Sicherheitsbeiwert kann eine detaillierte Ermittlung des Sicherheitsbeiwertes durchgeführt werden. Der Einfluss der Flankenübertragung ist in vielen Fällen unbedeutend und muss nur in besonderen Fällen berechnet werden (siehe hierzu DIN 4109-2).

Der rechnerische Nachweis unter Berücksichtigung des pauschalen Sicherheitsbeiwertes uprog von 2 dB erfolgt nach folgender Gleichung:

R‘w,ges – 2 dB ≥ erf. R‘w,ges + KAL

Mit dem Korrekturwert KAL wird die Raumgeometrie durch Einbeziehen der vom Raum aus gesehenen Fassadenfläche und der Grundfläche des Raums berücksichtigt.

Die Anforderungen an die Luftschalldämmung von Außenbauteilen R‘w,ges der DIN 4109-1:2016-07 sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengestellt:

Tabelle 1: Anforderung an die Luftschalldämmung von Außenbauteilen nach DIN 4109-1:2016-07

In der neuen Ausgabe der DIN 4109-1:2018-01 wurden die Anforderungen überarbeitet. Sie werden berechnet mit dem maßgeblichen Außenlärmpegel La und dem von der Nutzungsart abhängigen Faktor KRaumart:

R‘w,ges
= La – KRaumart
KRaumart
= 25 dB bei Bettenräumen in Krankenanstalten und Sanatorien
KRaumart
= 30 dB bei Aufenthaltsräumen in Wohnungen, Übernachtungsräumen in Beherbergungsstätten, Unterrichtsräumen und Ähnlichem
KRaumart
= 35 dB bei Büroräumen und Ähnlichem

Dabei sind mindestens einzuhalten:

R‘w,ges
= 35 dB bei Bettenräumen in Krankenanstalten und Sanatorien
R‘w,ges
= 30 dB bei Aufenthaltsräumen in Wohnungen, Übernachtungsräumen in Beherbergungsstätten, Unterrichtsräumen, Büroräumen und Ähnlichem

Wenn das erforderliche Bau-Schalldämm-Maß R‘w,ges größer als 50 dB ist, sind die Anforderungen aufgrund der örtlichen Gegebenheiten festzulegen.

Sofern ausschließlich – z. B. in Bebauungsplänen – die Lärmpegelbereiche angegeben sind, ergibt sich der maßgebliche Außenlärmpegel La aus Tabelle 2:

Tabelle 2: Zuordnung zwischen Lärmpegelbereichen und maßgeblichem Außenlärmpegel aus DIN 4109-1:2018-01


1) Zuschlag für Innenputz und Außenleichtputz von 23,5 kg/m.
2) mit Multipor Wärmedämmverbundsystem (ΔRw = -2 dB) , Zuschlag von Innenputz von 10 kg/m2
3) mit mineralischem Faserdämmstoff (ΔRw = 8 dB) und Silka Verblender KS Vb 20-1,8 2 DF, Zuschlag für Innenputz von 10 kg/m2;
4) ohne Putz, Wärmedämmverbundsystem, Wärmedämmung bzw. Vormauerschale;
5) Berechnung mit Hilfe der Massekurven nach DIN 4109-32:2016, bei zweischaliger Außenwand wurde Masse des Hintermauerwerks und der Vorsatzschale addiert
6) ohne Berücksichtigung flankierender Bauteile – der Einfluss flankierender Bauteile ist in besonderen Fällen zu berücksichtigen, siehe Abschnitt 4.4.3 der DIN 4109-2:2016 (Schalldämm-Maß Ri,w des massiven Außenbauteils ≥ 50 dB und das gesamte bewertete Bau-Schalldämm-Maß R‘w,ges > 40 dB).

 

Baubuch 2018/2019 – 5. Auflage

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