Funktionswände mit WDVS

Außenwände lassen sich – sofern es die wärmetechnischen Eigenschaften des Baustoffs hergeben – monolithisch herstellen. Beim Neubau und bei der Sanierung kann es jedoch erforderlich sein, die Wärmedämmung der Außenwand durch das Anbringen eines Wärmedämm-Verbundsystems (WDVS) an der Außenseite oder aber durch das innenseitige Dämmen zu verbessern.

Aus einer einschaligen Wand wird dabei eine mehrschalige Konstruktion „Masse-Feder-Masse“, wobei die Wärmedämmschicht wie eine Feder wirkt. Der darauf aufgetragene Putz ist als Masse über die Federwirkung an die Tragwand gekoppelt. Die Folge: Aufgrund des veränderten akustischen Systems kann eine Wärmedämmung bei ungünstigem Zusammenwirken der Schwingungseigenschaften die Schalldämmung in einzelnen oder mehreren Frequenzbereichen verschlechtern.

Abb. 1: Veränderung der Schalldämmung durch Multipor Mineraldämmplatten auf flankierenden Bauteilen

Einfluss von Multipor Mineraldämmplatten auf die Schalldämmung eines Außenbauteils

Bei einer Wärmedämmung aus Multipor Mineraldämmplatten liegt der Effekt des Resonanzeinbruchs im höheren Frequenzbereich und ist daher weniger kritisch als bei anderen Dämm-Materialien. Zudem ist in höheren Frequenzbereichen in der Regel ein bereits hohes Schallschutzniveau des Tragmauerwerks bzw. der Dachkonstruktion vorhanden.

Nun können für jedes WDVS unterschiedliche Resonanzfrequenzen bemessen und berechnet werden. Liegen diese im tieffrequenten Bereich, wie es häufig bei WDVS aus Polystyrol oder Mineralfaser vorkommt, beeinflusst dies den Schallschutz negativ. Geräusche wie Verkehrslärm sind deutlich wahrnehmbar, da tiefe Töne besser in das Gebäudeinnere übertragen werden als hohe.

Tabelle 1: Resonanzfrequenzen verschiedener WDVS


1) Rechnerisch ermittelt und durch eigene Messungen bestätigt

Das Multipor Wärmedämm-Verbundsystem hingegen verbessert die Schalldämmung im tieffrequenten Bereich und zeigt erst im hochfrequenten Bereich geringe Einbrüche – ein Verhalten, das in dem schalltechnischen Nachweis gemäß Zulassung rechnerisch berücksichtigt wird. Um den Schallschutz rechnerisch nachzuweisen, muss man das bewertete Schalldämm-Maß Rw der Wandkonstruktion (Massivwand mit Wärmedämm-Verbundsystem) mit der Gleichung

Rw = Rw,0 + ΔRw [dB] ermitteln:

Rw,0
Bewertetes Schalldämm-Maß der Massivwand ohne WDVS nach DIN 4109
ΔRw = 0 dB w
Bei Trägerwänden mit einer flächenbezogenen Masse m’Wand ≥ 300 kg/m2, einer Dämmstoffdicke von 60 mm und einem Putzsystem mit einer flächenbezogenen Masse m’Putz ≤ 10 kg/m2
ΔRw = -2 dB
Bei allen anderen Konstruktionsvarianten

Ein WDVS beeinflusst nicht nur das Direkt-Schalldämm-Maß der Außenwand mit dieser Dämmschicht. Wenn dieses Außenbauteil ein flankierendes Bauteil, beispielsweise von einer Wohnungstrennwand oder Wohnungstrenndecke ist, kann sich auch die Flankendämmung verändern.

Bei Einsatz eines Multipor Wärmedämm-Verbundsystems auf einer massiven flankierenden Außenwand ändert sich die Flankendämmung über die Außenwand ähnlich wie beim Direkt-Schalldämm-Maß. Zugleich beeinflusst das System die hohen Frequenzen infolge der Resonanz zwischen tragender Außenwand und der Wärmedämmung. Auf die Ermittlung des Einzahlwertes des bewerteten Schalldämm-Maßes hat dies bei der Trennwand keine Auswirkungen.

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Baubuch 2018/2019 – 5. Auflage

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