Berechnungsgrundlagen

Bewertetes Schalldämm-Maß R’w nach DIN 4109-2

Die in der DIN 4109-1 geregelten Schallschutzanforderungen von Haustrennwänden werden am einfachsten durch eine zweischalige Konstruktion mit einer Trennfuge erfüllt, wobei die Schallschutzanforderungen nicht starr an DIN-Werte gebunden sind. Ergänzend dazu haben sich mittlerweile auch höhere Schallschutzanforderungen für die zweischalige Konstruktion – unabhängig von der Norm – etabliert. Der Einsatz zweischaliger Konstruktionen bei Haustrennwänden wird mittlerweile als allgemein anerkannte Regel der Technik bezeichnet.

Das Schalldämm-Maß zweischaliger Haustrennwände ergibt sich aus der Addition der flächenbezogenen Massen beider Schalen zuzüglich eines Zuschlags von bis zu 17 dB. Je nach Übertragungssituation ergeben sich hier die Zuschlagswerte aus der Tabelle 1 der DIN 4109-2:2016-07 bzw. der DIN 4109-2:2018-01 (Abb. 1). Muss der Schallschutz besondere Anforderungen erfüllen, empfiehlt sich eine Haustrennwand aus Silka Kalksandstein. Die hohen Massen beider Schalen sorgen dann dafür, dass – fachgerecht ausgeführt – ein erhöhter Schallschutz als Standard zwischen den Hauseinheiten erreichbar ist.

An dieser Stelle sei unbedingt erwähnt, dass die Haustrennwand zwischen Doppel- und Reihenhäusern nach allgemein anerkannten Regeln der Technik ab der Bodenplatte zweischalig auszuführen ist – auch dann, wenn im Kellergeschoss eine „weiße Wanne“ mit Kelleraußenwänden vorhanden ist, die die Haustrennfuge überbrücken. Die Gebäudetrennung erstreckt sich dabei über die gesamte Breite und Höhe des Gebäudes einschließlich aller Decken, der Außen- und Innenwände sowie der Dacheindeckung usw.

Untersuchungen haben gezeigt, dass der Umfang der Trennung von Gebäudeabschnitten den Schallschutz erheblich beeinflusst. In der DIN 4109-2 unterscheidet das Rechenverfahren zwischen den folgenden Varianten (Abb. 1):

  • Variante 1: Trennung der Gebäudeabschnitte mit durchlaufender Bodenplatte
  • Variante 2: Trennung der Gebäudeabschnitte mit durchlaufender Bodenplatte und durchlaufenden Außenwänden im Kellergeschoss (z.B. „weiße Wanne“)
  • Variante 3: Trennung der Gebäudeabschnitte inklusive der Bodenplatte, aber durchlaufendes, gemeinsames Fundament
  • Variante 4: Trennung der Gebäudeabschnitte inklusive der Bodenplatte und Fundament

Darüber hinaus wird in der Schallschutzbeurteilung zwischen unterstem Geschoss (Basisgeschoss) und den darüberliegenden Geschossen (Folgegeschoss) unterschieden, da hier die erreichbaren Schalldämmungen differieren. Die einzelnen Varianten lassen somit gemäß DIN 4109-2:2016 bzw. DIN 4109-2:2018 Zuschläge ΔRw,Tr auf den Rechenwert des bewerteten Schalldämm-Maßes zu.

Zunächst wird ein Basiswert des Schalldämm-Maßes R‘w,1 berechnet, indem in die Gleichung für m’ die Summe der flächenbezogenen Massen der Einzelschalen eingesetzt wird: R‘w,1 = 28 · log (m‘Tr,ges). Anschließend wird zu diesem Basiswert der Zuschlag ΔRw,Tr für den Trennungsgrad der Gebäudeabschnitte addiert. Mit dem Korrekturwert K, der subtrahiert wird, wird der Einfluss flankierender homogener Bauteile berücksichtigt. Der Korrekturwert K (s. DIN 4109-2) wird erfasst bei den Varianten 1, 3 und 4 im Folgegeschoss EG/1. OG, wenn die mittlere flächenbezogene Masse der flankierenden Bauteile m‘f,m kleiner als die flächenbezogene Masse m‘Tr,1 einer Schale der zweischaligen Trennwand ist oder dieser entspricht.
Die Berechung der Korrekturwertes K erfolgt nach der folgenden Gleichung:
K = 0,6 + 5,5 log (m‘Tr,1 / m‘f,m)

Die Gleichung zur Berechnung des Schalldämm-Maßes der zweischaligen Haustrennwand ist:
R‘w = R‘w,1 + ΔRw,Tr – K

Abb. 1: Unterscheidung zweischaliger Haustrennwände

Baubuch 2018/2019 – 5. Auflage

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