Normung

Ein guter Schallschutz ist für das Wohlbefinden der Gebäudenutzer ebenso wichtig, wie ein energetisch effizientes und komfortabel temperiertes Innenklima und eine sichere Konstruktion. Daher gilt es, den Schutz vor unzumutbarer Geräuschübertragung aus fremden Gebäudebereichen – und natürlich auch von außen – sorgfältig zu planen; schließlich handelt es sich beim Schallschutz auch um einen wichtigen Gesundheitsaspekt.
Die neue Schallschutznorm wurde im Juli 2016 veröffentlicht. Sie ist in insgesamt 9 Teile gegliedert. Die Struktur der neuen Norm ist modular aufgebaut und in der folgenden Abbildung dargestellt:

Struktur Schallschutznorm 4109

In Teil 1 der DIN 4109 sind Mindestanforderungen an den Schallschutz definiert, die bauaufsichtlich vorgeschrieben sind. Der Teil 2 der Norm enthält Rechenverfahren zum Nachweis der Anforderungen des Teil 1 der DIN 4109 bzw. auch höherer Anforderungen.

Die Eingangsdaten für die rechnerischen Nachweise auf Grundlage der DIN 4109-2 sind in den Teilen 31 bis 36 getrennt nach Bauarten und Bauelementen beschrieben. Im Januar 2018 erschienen die DIN 4109-1 und DIN 4109-2 als Neufassungen, in die Änderungen unter anderem bezüglich des Nachweises gegen Außenlärm aufgenommen wurden.

Änderungen der DIN 4109 gegenüber der Ausgabe 1989

Die eher pauschale Bemessungsmethode für den Schallschutznachweis nach Beiblatt 1 zur DIN 4109:1989 wurde durch eine detailliertere Berechnung nach DIN 4109-2 abgelöst. Folgende wesentliche Parameter sind von Bedeutung:

  • die Trennfläche zwischen Sende- und Empfangsraum,
  • die Kantenlängen zwischen dem trennenden und dessen flankierenden Bauteil,
  • das bewertete Schalldämm-Maß des trennenden Bauteils ohne flankierende Bauteile,
  • die bewerteten Schalldämm-Maße der flankierenden Bauteile,
  • die Stoßstellendämm-Maße der Raumkanten zwischen trennendem und flankierenden Bauteilen.

Die DIN 4109-1:2016-07 wurde in die vom Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) veröffentlichte finale Fassung der Musterverwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB) 2017/1 aufgenommen. Die bauaufsichtliche Einführung in den einzelnen Bundesländern wird sukzessive erfolgen bzw. ist bereits teilweise erfolgt (wie z.B. in Baden-Württemberg).

Der Nachweis der Anforderungen der neuen DIN 4109-1 kann entsprechend der MVV TB 2017/1 nach der neuen DIN 4109-2 erfolgen. Alternativ könnte für Bauteile des Massivbaus auch ein Nachweis nach Beiblatt 1 zu DIN 4109:1998-11 durchgeführt werden.

Nachteil des neuen Verfahrens auf Basis der DIN 4109-2 ist zwar der hohe Rechenaufwand, anderseits bildet dieses neue Verfahren die Realität besser ab und macht Schwächen in der Konstruktion sichtbar.

So können bereits in der Planungsphase gezielte Maßnahmen getroffen werden, um Schallübertragungen über einzelne Schallnebenwege zu reduzieren bzw. das trennende Bauteil gegebenenfalls zu ertüchtigen.

Baubuch 2018/2019 – 5. Auflage

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