Beschaffen, Herstellen, Wiederverwerten: Kreislaufwirtschaft bei Xella

Zukünftig richten wir unsere Prozesse noch mehr an der Kreislaufwirtschaft aus, steigern dazu die Ressourceneffizienz und betrachten Porenbeton als zweites Rohmaterial. Damit halten auch ökologische Innovationen Einzug, mit denen wir ein nachhaltiges Wachstum garantieren.

So werden im Ytong Werk in Wedel bereits heute Kreisläufe geschlossen, indem das Hamburger Unternehmen Otto Dörner Entsorgung GmbH Rückbaumaterialien aus Porenbeton zunächst aussortiert, um sie anschließend unserem regulären Produktionsprozess wieder zuzuführen. Bereits seit 2015 überprüft die Xella Technologie- und Forschungsgesellschaft gemeinsam mit Otto Dörner, wie und in welchen Mengen sich Porenbetonreste aus Abbruchhäusern oder von Deponien für die erneute Porenbetonproduktion wiederverwenden lassen. Das langfristige Ziel des Baustoffherstellers Xella ist eine geschlossene Kreislaufwirtschaft für Porenbeton.

„Aus unserer Sicht ist die Wiederverwendung des Porenbetons für die erneute Herstellung des Ausgangsprodukts gelebte Kreislaufwirtschaft. Hier wird der Grundgedanke des gleichnamigen Gesetzes ausgeführt“, erklärt Beate Weiß, Stoffstrommanagement und Projektbetreuung bei Otto Dörner.

Oliver Kreft von der Xella Technologie- und Forschungsgesellschaft ergänzt: „Angesichts der Tatsache, dass rund 90 Prozent aller in Deutschland abgebauten mineralischen Rohstoffe für die Herstellung von Baustoffen eingesetzt werden, hat das Thema Kreislaufwirtschaft für uns eine hohe Priorität.“

Die Otto Dörner Entsorgung GmbH nimmt pro Jahr rund 150.000 Tonnen gemischten Bauschutt an. Das Material wird dort zunächst zerkleinert und klassiert und dann in einem mehrstufigen Prozess weiter aufbereitet. Dabei werden leichte Störstoffe wie Holz, Styropor oder Kunststofffasern mit der Windsichtung zunächst entfernt und Eisenmetalle mit Magnetabscheidern (Überbandmagneten) aussortiert. An einigen Stellen erfolgt zum Beispiel für Kunststoffe eine sensorgesteuerte Nachsortierung. Stoffe, die bis hierhin nicht systematisch aussortiert werden konnten, werden dem sogenannten Sink-Schwimm-Trennverfahren zugeführt, das sich im Vergleich zu anderen Dichtesortierprozessen durch eine hohe Trenngüte auszeichnet. Das Prinzip: Im Wasserbad sinken Stoffe mit höherer Dichte als Wasser zu Boden. Stoffe mit geringerer Dichte (Holz, Kunststoffe oder Porenbeton etc.) bleiben an der Oberfläche und werden mit Rechen abgetrennt. Die finale Sortierung der Schwimmfraktion erfolgt schließlich händisch am Leseband. Der so bereitgestellte sortenreine Porenbeton ist aus chemisch-mineralogischer Sicht mit Porenbetonmehl aus produktionsfrischem Porenbeton absolut vergleichbar und wird daher im Anschluss ins Ytong Werk in Wedel geliefert.

Erst nach erneuter Begutachtung des aufbereiteten Materials wird der wiederverwertete Porenbeton endgültig in den Produktionsprozess eingeführt. Daraus entstehen schließlich hochwertige Porenbetonsteine der Güteklasse PP4-0,55, deren Tragfähigkeit und Wärmedämmung sich nicht von herkömmlichen Ytong Steinen unterscheiden. Die langfristige Planung sieht vor, auch bewehrte Montagebauteile aus Porenbeton sowie Planbauplatten für nicht tragende Innenwände unter anderem mit Porenbetongranulat aus der Kreislaufwirtschaft herzustellen.

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