Allgemeines

Maßgebend für den Brandschutz in Deutschland ist die DIN EN 1996-1-2/NA. Sie regelt die Anforderungen für die Einstufung von Bauteilen nach den Kriterien der Tabelle 3, Kapitel 5.4.1 in die einzelnen Feuerwiderstandsklassen. Die DIN 4102-4: Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen – Zusammenstellung und Anwendung klassifizierter Baustoffe, Bauteile und Sonderbauteile wird als Restnorm für Bauteile herangezogen, die im Eurocode keine Beachtung gefunden haben.

Hinweise zur „heißen“ Bemessung von Mauerwerk

Die zulässigen Auflasten, die im Brandfall nicht überschritten werden dürfen, dürfen den früher nach DIN 1053 (vereinfachtes Verfahren) zulässigen Wert nicht überschreiten. Deshalb sind bei einer „kalten“ Bemessung nach DIN EN 1996-3/NA oder dem genaueren Verfahren nach DIN EN 1996-1-1/NA in Verbindung mit einer Brandschutzbemessung nach DIN 1996-1-2/NA Ausnutzungsfaktoren zu bestimmen. Hierbei entspricht α6,fi = 0,7 der bekannten Ausnutzung α6 = 1,0 nach DIN 4102-4. Alternativ darf für Silka Kalksandstein auch der Ausnutzungsfaktor αfi für den außergewöhnlichen Lastfall Brand verwendet werden. Dies gilt sowohl für Silka Voll- oder Blocksteine als auch für Plansteine sowie für Planelemente und Fasensteine. Dieser Ausnutzungsfaktor muss nicht berechnet werden, da αfi = 0,7 der vollen Ausnutzung in der „kalten“ Bemessung nach dem genaueren Verfahren der DIN EN 1996-1-1/NA entspricht.

Wände der Feuerwiderstandsklassen EI, REI und R 30 – 180

Auf nicht tragende Wände wirkt auch im Brandfall lediglich ihr Eigengewicht ein. Sie dienen nicht der Knickaussteifung tragender Wände, müssen aber auf ihre Fläche wirkende Windlasten auf tragende Bauteile abtragen. Nicht tragende Wände sind bezogen auf den Brandschutz grundsätzlich raumabschließend.

Tragende, raumabschließende Wände sind überwiegend auf Druck beanspruchte Bauteile. Sie haben die Aufgabe, im Brandfall die Tragfähigkeit zu gewährleisten sowie die Brandübertragung zwischen den Räumen zu verhindern. Dies gilt z.B. für Treppenraumwände, Wände an Rettungswegen oder Brandabschnittstrennwände, die im Brandfall nur einseitig beansprucht werden. Für aussteifende Wände gelten brandschutztechnisch die gleichen Bemessungsregeln wie für tragende Wände.

Tragende, nicht raumabschließende Wände (z. B. tragende Innenwände innerhalb eines Brandabschnitts – einer Wohnung –, Außenwandscheiben mit einer Breite unter 1,0 m oder Mauerwerkspfeiler) sind ebenfalls überwiegend auf Druck beanspruchte Bauteile, müssen im Brandfall jedoch ausschließlich die Tragfähigkeit gewährleisten. So wirkt ein Brand zwei-, drei- oder sogar vierseitig auf sie ein.

Putz nach DIN EN 1996-1-2 4.2(1)

In den folgenden Tabellen werden immer wieder Putze nach DIN EN 1996-1-2 4.2(1) angesprochen. Dies sind zum Beispiel Gipsputzmörtel nach DIN EN 13279-1 oder Leichtputze LW oder T nach EN 998-1. Bei zweischaligen Wänden ist der Putz nur auf der Außenseite der Konstruktion erforderlich und nicht zwischen den Schalen.

Abb. 1: Definition der Mindestwanddicke für Tabellen 1–6, 12 und 13

Baubuch 2018/2019 – 5. Auflage

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